Einkommensungleichheit fördert Zufriedenheit

Zunächst haben die Forscher den Zusammenhang zwischen dem Einkommensrang und Lebensbewertung (Zufriedenheit mit dem eigenen Leben) und einer Reihe Gefühlen der Befragten, wie positive und negative Auswirkungen, untersucht. Anschließend wurde der Zusammenhang zwischen Einkommensrang und Wohlbefinden unter Berücksichtigung der Einkommensungleich des Landes untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Befragte, die über ein relativ zu ihrer Vergleichsgruppe höheres Einkommen verfügen, über bessere Lebensbewertung und höheren positiven Auswirkungen berichten. Hingegen lässt sich kein Zusammenhang zwischen Einkommensrang und negativen Auswirkungen feststellen.

Die Autoren der Studie interpretieren Einzelpersonen einen größeren Anreiz haben, in ungleicheren Ländern ein hohes Einkommen anzustreben. Zudem werfen sie ein neues Licht auf die seit langem bestehende Frage, warum die Einkommensungleichheit in einigen Gesellschaften viel anhaltender ist als in anderen.

„Unsere Studie legt nahe, dass Menschen, die mehr verdienen als ihre Altersgenossen, bei hohen Einkommensunterschieden noch mehr Wohlbefinden durch ihr Einkommen gewinnen. Diese Erkenntnis kann uns helfen zu verstehen, warum die Einkommensungleichheit in vielen Ländern fortbesteht, abgesehen von den bekannten negativen gesellschaftlichen Folgen“, erläutern die an der Studie beteiligten Dr. Anke Plagnol, Senior Dozentin für Verhaltensökonomie an der City, University of London und Lucía Macchia, Doktorandin an der City. (ahu)