Einfach war gestern – heute muss anders gedacht werden

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Die Branche erfährt aktuell eine enorme Dynamik. Produkte und Prozesse werden neu gedacht und gestaltet. Niedrigzinsumfeld, Garantiezinswegfall, volatile Märkte, Solvency II, verändertes Kundenverhalten, Digitalisierung, Big Data und vieles mehr bewegen den gesamten Markt.

Die aktuellen Entwicklungen stellen auch das Analysehaus MORGEN & MORGEN vor Herausforderungen. Was einst einfach vergleichbar war, ist heute oftmals schwierig oder kaum im direkten Vergleich darzustellen. Kunden der Analysesoftware erwarten jedoch zu Recht, dass sie unabhängig von der aktuellen Marktentwicklung, einen Überblick und eine Vergleichbarkeit erhalten. Einen Paradigmenwechsel verzeichnet momentan die Lebensversicherung. Sie wartet mit neuen Produkten auf, die das Kapitalanlagerisiko vermehrt beim Kunden platzieren und am Ende oft nur noch maximal den Beitragserhalt zum Auszahlungstermin „garantieren“. Damit versuchen die Newcomer den Kunden attraktive Optionen zu ermöglichen. Ein Grundgedanke ist hierbei, dass das Geld in kundenseitig gewünschtem Ausmaß weiterhin im Deckungsstock der Versicherer verwaltet wird. Je nach Risikoneigung des Kunden werden dann die Überschüsse und die nicht im Deckungsstock enthaltenen Beträge in Fonds oder Indices angelegt. Die Versicherer versuchen also aktuell, die Sicherheitskomponente so weit wie möglich zu reduzieren, um ein möglichst hohes Maß an Marktchance bieten zu können. Das Konstrukt funktioniert aber nur, wenn die Kunden bereit sind, ein gewisses Risiko zu akzeptieren.

Produkttransparenz gefordert.

Andere Ansätze der Produkttransparenz und -vergleichbarkeit sind gefragt. Nahe an den Problemstellungen der Kunden sollten sie sein und dem Makler fundierte Argumente in der Beratung liefern. Renditewahrscheinlichkeiten ergänzen oder ersetzen inzwischen reine Beitrags- und Rentenvergleiche. Verständliche und vergleichbare Aussagen zu Renditeerwartungen sind gefragt. Denn die wenigstens Endkunden interessiert es im Detail, wie beispielsweise der jeweilige Lebensversicherer seine Renditeversprechen realisiert. Er möchte Renditeerwartungen mit deren Eintrittswahrscheinlichkeiten einschätzen können. Am Ende ist es wichtig, die persönliche Bereitschaft, Risiken einzugehen, zu definieren und das passende Produkt zu finden. Hierbei sind Tools hilfreich, die die Risikoneigung des Kunden ermitteln und im Anschluss die geeigneten Produkte mit deren Chancen und Risiken anzeigen. Seit 2010 entwickelt MORGEN & MORGEN hierfür den Transparenzstandard für Altersvorsorgeprodukte „Volatium®“ kontinuierlich weiter und bietet der Branche Transparenz über alle Altersvorsorgeprodukte – inklusive der Ermittlung der Risikoneigung des Endkunden – in Form von Chance-Risiko-Klassen, detaillierten Renditeprofilen, Renditeindices und für Versicherer detaillierte Analysemöglichkeiten zur Marktbeobachtung. Alle Details sind in der Vergleichs- und Analysesoftware M&M Office integriert.

Lebenslang ist auch ein Argument.

Das generelle Argument für eine Rentenversicherung ist nach wie vor die lebenslange Absicherung im Alter. Das Risiko der Rentenleistung insgesamt, also auch über das zum Renteneintritt vorhandene Kapital hinaus, übernimmt der Versicherer. In der Diskussion um höchstmögliche Renditen wird oft vernachlässigt, dass die Rentenversicherung kein reines Investmentprodukt ist, sondern vor allem dafür sorgen soll, bis zum Tod eine verlässliche Rente zu leisten. Die Analysten von MORGEN & MORGEN haben ein Rechenbeispiel erstellt, um zu veranschaulichen, ab welchem Alter ein heute 30-Jähriger im Schnitt sein Kapital aufgebraucht hat, wenn die Rente mit 67 Jahren beginnt. Sein angespartes Kapital zu Rentenbeginn beträgt 100.000 Euro, Todesfallschutz hat er im Rentenbezug für 5 Jahre garantiert. Bei der dynamischen Rente erhält er monatlich im Schnitt zu Beginn 317 Euro bei einer jährlichen Erhöhung von 2% und hat sein angespartes Kapital mit 88 Jahren aufgebraucht. Bei der flexiblen Rente erhält er im Schnitt monatlich 434 Euro Rente und hat mit 86 Jahren sein Kapital aufgebraucht. Alle Rentenleistungen bis dahin können aus dem vorhandenen Kapital generiert werden. Darüber hinaus werden sie komplett vom Versicherer geleistet.

Peter Schneider, Geschäftsführer MORGEN & MORGEN

finanzwelt extra 06/2015 | Investmentfonds