“Eine Strafaktion für vernünftiges Anlegerverhalten”

Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Insituts für Altersvorsorge / Foto: © DIA

Die geplante Finanztransaktionssteuer wird vom Deutschen Institut für Altersvorsorge vehement abgelehnt. Die Steuer verfehle ihren eigentlichen Zweck und treffe genau die Falschen.

Es droht neuer Krach in der großen Koalition: Ende Januar wird die Bundesregierung über die Grundrente beraten. Während dieses für die SPD ein Herzenzsprojekt ist, wird sie von großen Teilen der Union abgelehnt. Mit dem Thema Grundrente muss laut Deutschem Institut für Altersvorsorge (DIA) aber auch die geplante Finanztransaktionssteuer auf den Tisch: „Am Ende läuft es darauf hinaus, dass private Sparer, die eigenverantwortlich Aktienvermögen zur Altersvorsorge aufbauen, zur Kasse gebeten werden, damit für Geringverdiener eine Mindestrente eingeführt werden kann“, kritisiert DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. So verkomme die Steuer, die einst als Mittel gegen übermäßige Spekulationen am Aktienmarkt gedacht war, „zu einer bloßen Geldbeschaffung für ein sozialdemokratisches Rentenprojekt.“ Zudem sei sie eine „Strafsteuer für vernünftige Altersvorsoge.”

„Es war schon abenteuerlich genug, bei der Einigung zwischen den Koalitionsparteien über die Grundrente eine Steuer einzukalkulieren, die es noch gar nicht gibt. Nun aber wird aus dieser Steuer eine Strafaktion für ein Anlegerverhalten, das eigentlich Förderung verdient. Wer für die Altersvorsorge spart, investiert nämlich langfristig in Aktien, zum Teil über 30 und 40 Jahre. Spekulationen hingegen bleiben von der Steuer verschont”, kritisiert Morgenstern weiter. So sind, entgegen ursprünglicher Planungen, Hochfrequenzhändler und Derivate von der geplanten Steuer ausgenommen.

„Da klagen Politiker über zu Kosten für die Altersvorsorge. Gleichzeitig packen sie eine neue Steuer drauf. Sie schmälert den Ertrag noch weiter“, so der DIA-Sprecher weiter. So sei die Steuer auch dann das falsche Signal, wenn die Belastung für einen Sparer nicht so hoch ausfalle, weil dieser in seinem Aktienportfolio nur wenig umschichte und einzelne Aktien lange halte. Stattdessen würden durch neue Steuer Anleger verunsichert, die sich angesichts extrem niedriger Zinsen für Sachwertanlagen entscheiden. (ahu)