Eine coole Angelegenheit

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Die schöne heile Welt der Werbung zeigt es uns: „Ein Haus reicht doch”, erklärt ein Rocker im coolen Motorradoutfit, auf die Frage nach der Altersvorsorge. Und eine andere Werbung fordert: „Entdecken auch Sie den Spießer in sich!” Bausparen ist gar nicht mehr so unsexy und spießig. Und wenn ein eigenes Haus spießig sein sollte, dann ist spießig eben jetzt „in”.

Bausparen galt lange Zeit als altbacken. Wurden Bausparer lange Zeit von Möchtegern-Kostolanys belächelt, so haben doch Krisen und Niedrigzinsphase der letzten Jahre für ein Umdenken gesorgt. „Früher galt der Begriff Sicherheit als langweilig”, erklärt Dr. Bernd Dedert, Sprecher des Vorstands der Bausparkasse Mainz AG (BKM). „Aber nach den Finanzkrisen 2001 und 2008 und all ihren Folgen haben die Menschen eine ganz andere Einstellung gewonnen. Sicherheit ist ‚in'”, so Dr. Dedert. Und Bausparen bietet sowohl eine sichere Geldanlage als auch die Option auf ein zinssicheres Baudarlehen in der Zukunft. „Sicherheit im Doppelpack”, nennt das Dr. Dedert. Grund genug für Makler, Bausparen als Alternative zu sehen und das Geschäft nicht den Banken zu überlassen.

Erfolgsgeschichte Bausparen. Für viele Deutsche beinhaltet Bausparen zum einen die Finanzierung des Eigenheims, aber auch eine sinnvolle Eigentumsbildung und zudem eine sichere Altersvorsorge. Das weiß auch Dr. Jörg Koschate, Generalbevollmächtigter für den Bereich Produkt- und Businessmanagement der BHW Bausparkasse: „Bausparen hat sich als Basis für eine solide Baufinanzierung seit Jahrzehnten bewährt. Die Kunden wissen das zu schätzen, darum verzeichnen die meisten Bausparkassen erfreuliche Wachstumsraten.”

Laut dem Verband der Privaten Bausparkassen e. V. haben seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges die deutschen Bausparkassen mehr als 1.000 Mrd. Euro für die Wohnungsfinanzierung zur Verfügung gestellt.

Damit sind über 13 Millionen Wohnungen, darunter 9 Millionen Neubauten, mitfinanziert worden. Hinzu kommen noch etliche Finanzierungen, die für Modernisierungs- und Renovierungsvorhaben, für Um- und Ausbauten sowie für Baulandkäufe verwendet wurden. „Mit einem Marktanteil von 22,8 % und einem Volumen von 33,4 Mrd. Euro im Jahr 2012 behauptet Bausparen den zweiten Platz bei den privaten Baufinanzierungen”, erklärt Dr. Koschate.

Über die vielen Jahrzehnte hinweg blieb die Grundidee des Bausparens unverändert: Systematischen Ansparen von Eigenkapital kombiniert mit einem niedrig verzinslichen, zinsstabilen Bauspardarlehen. Eine nachrangige Absicherung im Grundbuch lässt genügend Raum für eine ergänzende Finanzierung über Kapitalmarktdarlehen. „Bausparen ist ein Produkt der Baufinanzierung, nur mit der Besonderheit eines Vorsparprozesses, also einer sicheren Eigenkapitalbildung”, erklärt Dr. Dedert. Durch eine Vorfinanzierung, erhältlich über viele Modellvarianten, sei mit dem Bausparvertrag sogar der sofortige Schritt in die eigenen vier Wände möglich. Dabei hat Bausparen im Vergleich zur Baufinanzierung drei große Vorteile: Erstens hält das angesparte Eigenkapital die Finanzierungsbelastung in tragbaren Grenzen. Außerdem bietet der Festzins des Darlehens Schutz vor steigenden Marktzinsen. Und zu guter Letzt sorgt die Unabhängigkeit von der Zinsentwicklung auf dem Kapitalmarkt für eine kalkulierbare Größe in der Kapitalanlage.

Bausparen oder Baufinanzierung? Zurzeit sorgen niedrige Kapitalmarktzinsen auch für günstige Baufinanzierungsangebote. Für Dr. Koschate ist Bausparen oder Baufinanzierung aber gar kein Widerspruch: „Bausparen lohnt sich für alle, die eine Immobilie bauen oder erwerben wollen und sich die derzeit sehr günstigen Zinsen langfristig sichern wollen”, so Dr. Koschate. Daher sei Bausparen derzeit lohnender denn je. Dr. Koschate weiter: „Über den richtigen Mix zwischen Bauspardarlehen und sonstigen Finanzierungsbausteinen entscheidet dann die individuelle Lebenssituation.”

Die Nachfrage ist jedenfalls groß. Denn für Bausparen interessieren sich fast alle Schichten der Bevölkerung. Umfragen beweisen, dass über 80 % aller Deutschen in die eigenen vier Wände wollen. Egal ob junge oder reifere Alterszielgruppen. Eine gute Zielgruppe, findet Dr. Koschate: „Bausparer sind klug und denken vorausschauend, in dem sie Vermögen aufbauen und sich gleichzeitig günstige Darlehenszinsen sichern. Der typische Bausparer ist zwischen 30 und 50 und plant oder besitzt bereits eine Immobilie.” Auch junge Leute profitieren von staatlichen Förderungen wie die der Wohnungsbauprämie. Ebenso die Zielgruppe 50+ erscheint den Bauspargesellschaften interessant, denn mit Bausparen lässt sich altersgerecht umbauen oder ein Platz in einer Seniorenresidenz ebenso finanzieren wie eine Ferienimmobilie.

Hauptsache sicher. Bausparen ist nicht nur Mittel zum Zweck der eigenen vier Wände. Es ist auch ein sicherer und verlässlicher Weg zur Vermögensbildung. Denn das garantiert die Solidität der Bausparkassen ebenso wie die staatliche Aufsicht. Da Bausparkassen wie Kreditinstitute gehandhabt werden, gelten für sie die Vorschriften des Kreditwesengesetzes in vollem Umfang. Darüber hinaus schaffen spezielle Bestimmungen des Bausparkassengesetzes einen festen rechtlichen Rahmen für das Bausparkassengeschäft. Christian Andreas, Bausparexperte von blau direkt, schätzt genau diese Solidität: „Die Sicherung der Einlagen bei den privaten Bausparkassenwird durch verschiedene Einrichtungen gewährleistet. Dabei gilt, dass die Bauspareinlagen privater Anleger bei allen privaten Bausparkassen inklusive der Zinsen in unbegrenzter Höhe gesichert sind.” Grundsätzlich unterliegen alle privaten Bausparkassen der gesetzlich vorgesehenen Sicherung durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH. Doch fast alle Bausparkassen sichern zusätzlich über den Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds e.V. ab. Eine „Extrawurst” braten sich hier die Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, welche die Einlagen komplett durch die „Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken” absichert, und die Deutsche Bank Bauspar AG. „Diese sichert neben der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken noch im eigenen Haus, der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG, ab”, weiß der blau direkt-Experte Andreas.

Markt für Makler. Gerade in der jetzigen Zeit, wo der Ruf nach Sicherheit so groß ist, darf der Makler dieses Feld nicht alleine den Banken überlassen, findet Andreas, und erklärt: „De rMakler hat einen Riesenvorteil: Nur er kann dem Kunden einen Tarif maßschneidern und aus vielen Anbietern am Markt wählen.” Makler und Vermittler sind zudem sehr nah an ihren Kunden. „Ganz klar”, ergänzt Dr. Dedert. „Bei der stabilen und derzeit steigenden Bedarfslage in Sachen Vorsparen und Finanzieren sollten kompetente Vermittler diesen Wachstumsmarktmitgestalten, ihr Geschäft ausweiten und auf eine breitere Einkommensbasis stellen.” Makler können für ihre Kunden optimale Spar- und Finanzierungsangebote suchen und finden. Dabei sollten sie auf starke Partner mit guten Produkten und einemumfassenden Service setzen.” Und der Zeitpunkt sei äußerst günstig, findet Dr. Koschate: „Angesichts der günstigen Zinsen ist die Zahl der Baugenehmigungen 2013 auf ein Zehn-Jahreshoch gestiegen.” (lvs)

Bausparen – Printausgabe 02/2014