Eine Art Fintech des Sports: Fifa

Die Finanz-Familie der Fifa-Funktionäre hat 2015 zum Abgang einen Verlust von 110 Millionen Euro hinterlassen. Das ist seit 2002 der erste Verlust den der Fußball-Weltverband im Jahr 2015 verbucht.

2016-03-18 (fw / db) Die Finanzbranche reibt sich verwundert die Augen. Der Fußball-Weltverband (Fifa) hat im Geschäftsjahr 2015 nach 13 Jahren erstmals einen Verlust in Höhe von 110 Millionen Euro verbucht, wie der Verband in einer Medienmitteilung meldet. Es ist das erste negative Ergebnis seit 2002.

Zugleich veröffentlichte die Fifa als Zeichen für die neue Transparenz die Gehälter der Funktionäre. So erhielt Ex-Präsident Joseph Blatter im vergangenen Jahr 2015, als Verantwortlicher für die 110 Millionen Euro Verlust, sein bescheidenes Gehalt und eine 400.000-Euro-Zahlung für sein 40-jähriges Dienstjubiläum in einer Gesamthöhe von 3,3 Millionen Euro.

Der Generalsekretär Jerome Valcke erhielt noch im Jahr 2015 ein Gehalt von 1,9 Millionen Euro. Valcke wurde in 2016 parallel zur sechsjährigen Sperre des 80-jährigen Blatter von der Fifa entlassen. Die Mitglieder des Fifa Exekutiv Komitee – darunter der frühere DFB-Präsident Wolfgang  Niersbach – haben jeweils 270.000 Euro in 2015 als Aufwandsentschädigung erhalten.

Die Rücklagen des Verbandes liegen bei 1,21 Milliarden Euro, das sind nur 165 Millionen weniger. Für den kompletten Finanz-Zyklus von 2015 bis 2018 rechnet die Fifa mit einem Gewinn von 90 Millionen Euro. Dies sind eine halbe Milliarde Euro weniger als in der früheren Prognose aus dem Jahr 2014.

In der Haushaltsperiode von 2011 bis 2014 hat die Fifa einen Gewinn von 313,4 Millionen Euro erzielt. Für die vorherige Haushaltsperiode von 2007 bis 2010 waren es sogar 585 Millionen Euro.

Dietmar Braun