Ein Schritt in die richtige Richtung

„Es muss sich Grundlegendes ändern“

Deutlich skeptischer im Hinblick auf die Pläne der Bundesregierung ist hingegen Björn Peickert, Aufsichtsratsmitglied der DI. Deutschland.Immobilien AG. „Ich glaube, dass diese Aktion keine merklichen Auswirkungen auf den Pflegeimmobilienmarkt haben wird.“ Seiner Meinung nach kann dem Personalproblem in Pflegeeinrichtungen nur mit revolutionären Maßnahmen begegnet werden. „Um tatsächlich nachhaltig Veränderungen im Sektor Pflege zu bewirken und damit auch der stetig dramatischer werdenden Unterversorgung entgegenzuwirken, bedarf es meiner Meinung nach einer strukturellen Überholung in zwei Punkten: Um personell aufzustocken, müssen die Fachkraftquoten reduziert sowie die Eintrittshürden in den Pflegeberuf insgesamt reduziert werden – beispielsweise indem auch Weiterbildungen oder ähnliches die Arbeit am Menschen ermöglichen.“ Peickerts Meinung nach ist das Problem sogar derart akut, dass der Weg in den Pflegeberuf beschleunigt werden sollte. „Insgesamt sollte sich auch die Ausbildungszeit verkürzen, damit dringend gebrauchtes Personal schneller zur Verfügung steht.“ Er sieht die Politik aber nicht nur bezüglich des Personals der  Pflegeheime in der Pflicht. „Auf der anderen Seite braucht es meiner Meinung nach einen strukturellen Eingriff, um den Bau von Pflegeimmobilien attraktiver zu gestalten. Die Preise und Regularien hierfür sind in den letzten Jahren massiv gestiegen.“ Ein wesentlicher Grund für die beiden von Peickert angesprochenen Punkte ist die im Jahr 2006 erfolgte Föderalismusreform. Im Zuge dieser Grundgesetzänderung ging die Zuständigkeit für die Bauverordnung von Pflegeheimen vom Bund auf die Länder über. Da die sogenannte Heimmindestverordnung aus dem Jahr 1978 für die Anforderungen moderner Pflege nicht mehr ausreichte, wurden laut einer Untersuchung der Anwaltskanzlei GSK Stockmann in den meisten Bundesländern die baulichen Anforderungen an Pflegeheime erhöht (beispielsweise durch eine Begrenzung der Bettenzahl des Heims und verschärfte Vorschriften bezüglich der Einzelzimmerquote), was letztlich auch zu steigenden Preisen führt. Insgesamt sieht Peickert sowohl beim Personal als auch bei den Immobilien der Pflegeheime Handlungsbedarf von Seiten der Politik. „Erst wenn in diesen beiden Punkten dereguliert wird, kann sich nach meiner Auffassung der Markt insgesamt entspannen.“ (ahu)

Fazit

Wie jede Assetklasse so sind auch für Pflegeimmobilien gute Rahmenbedingungen von elementarer Bedeutung. Deshalb ist die Stärkung des Pflegeberufs sicher ein Schritt in die richtige Richtung – aber es sollte nur ein Anfang sein.