„Ein Provisionsdeckel schafft nur neue Probleme“

Harald Christ, Schatzmeister des SPD Wirtschaftsforums und ehemaliger Vorstand der ERGO, spricht sich gegen einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung aus / Foto: © ERGO

Die mögliche Einführung eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung stößt auf erheblichen Widerstand der Branche. Diese kann sich auf juristische Unterstützung verlassen. Und auch in einer Regierungspartei gibt es Widerstand gegen den Deckel.

Gibt es für die Vermittlung von Lebensversicherungen bald nur noch eine Provision von 2,5 %? Ja, wenn es nach der BaFin geht. Für Michael H. Heinz eine Horrorvorstellung: Gegenüber der Welt am Sonntag bezeichnete der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute einen Provisionsdeckel als „Sozialismus pur“. So eine Maßnahme sei auch überhaupt passend, denn längst seien die Zeiten vorbei, in den Policen verkauft wurden, egal ob sie für den Kunden geeignet waren oder nicht. Da Versicherungsvermittler einen wichtigen Teil zur Altersvorsorge leisten würden, werde der BVK alles unternehmen, einen Provisionsdeckel zu verhindern.

Unterstützung erhält der BVK dabei von durchaus unerwarteter Seite, nämlich aus der SPD. Genauer gesagt von Harald Christ. Der Schatzmeister des Wirtschaftsforums der Sozialdemokraten fürchtet laut der Zeitung Welt, dass ein Provisionsdeckel die private Altersvorsorge schwäche und viele Rentensparer dann nicht mehr erreicht würden. So hätten die Vermittler von Lebens- und Rentenversicherungen in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Einkommenseinbußen erlitten und dürften nicht noch weiter ins berufliche Abseits gestellt werden. Christ kennt sich in der Versicherungsbranche bestens aus und war bis Oktober 2017 Vorstand der ERGO (finanzwelt berichtete).

Mit großer Freude dürften die Gegner des Provisionsdeckels in der der vergangenen Woche die Nachricht aufgenommen haben, wonach eine solche Maßnahme sowohl verfassungs- als auch europarechtlich nicht zulässig wäre (finanzwelt berichtete). (ahu)