Ein kleiner Zinsschritt – ein großer Schritt in Richtung Normalität

Kurzkommentar von Thomas Böckelmann, Investmentchef der Vermögensmanagement EuroSwitch, zum gestrigen FED-Entscheid.

/fw)  Die US-Notenbank hat gestern Abend die Erwartungen der Marktteilnehmer erfüllt und zum ersten Mal seit Juni 2006 die Leitzinsen um 0,25% auf die Bandbreite 0,25-0,50% erhöht. In der Veröffentlichung und in der folgenden Pressekonferenz wurden sehr moderate Worte im Hinblick auf das zukünftige Wirtschaftswachstum gewählt, um die Sorge vor zu schnellen und starken Zinsanstiegen zu dämpfen. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass im Verlauf des nächsten Jahres in größeren Abständen weitere kleine Zinsanhebungen folgen werden, wenn sich die weitere wirtschaftliche Entwicklung als stabil erweist. Der gestrige Schritt bedeutet daher den Einstieg in den vorsichtigen Entzug vom billigen Geld. Von einer Zäsur in der Geldpolitik zu sprechen geht uns jedoch aus heutiger Sicht zu weit. Vielmehr sieht die US-Notenbank trotz Stabilisierung des selbsttragenden Wachstums ein Rezessionsrisiko von 10%. Gleichzeitig wird aber die Sorge verneint, das bereits fast acht Jahre anhaltende Wachstum müsse sein natürliches Ende finden.

Die Zinsentscheidung – die übrigens einstimmig gefällt wurde – ist auch ein deutliches Signal an die professionellen Bedenkenträger in Europa und im Internationalen Währungsfonds. Die US-Notenbank hat uns vor Weihnachten in ruhigere Gewässer geführt, ihre Flexibilität erhöht und Vertrauen zurückgewonnen. Was die Kapitalmärkte im nächsten Jahr aus neuen wirtschaftlichen Kennzahlen aus Europa und China machen bleibt aber abzuwarten.

Well done!