E-Signatur eröffnet neue Möglichkeiten

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Kein Vertrag kommt zustande ohne Unterschrift. Wenn diese jedoch händisch erfolgen muss, ist persönliche Anwesenheit Voraussetzung oder es kommt zu einer längeren Wartezeit. Ein Schweizer Unternehmen hat die Möglichkeit einer elektronischen Signatur auf den Markt gebracht. Damit werden innovative Geschäftsmodelle ermöglicht und Finanzdienstleister können davon auch bei der Personalgewinnung profitieren.

Swisscom Trust Services bietet seit Mitte Oktober Unternehmen in Deutschland als einziger europäischer Anbieter ein qualifizierte elektronische Signatur für die Rechtsräume EU (eIDAS Signaturverordnung) und Schweiz (ZertES Signaturgesetz). Diese bietet die Möglichkeit, der handschriftlichen Signatur rechtlich gleichgestellt zu sein und befähigt Unternehmen, durch die angebundenen Identifikationsverfahren Geschäftsprozesse komplett digital und rechtskonform abzubilden. Der große Vorteil für die Unternehmen: Anders als bei der händischen Unterschrift entsteht kein Medienbruch, sodass Unternehmen in der Lage sind, Prozesse zu beschleunigen und neue Geschäftsmodelle zu erschließen. So werden bspw. Versicherungen innovative Geschäftsmodelle ermöglicht, die in Papierform nicht ökonomisch wären. „Wer in den Urlaub fährt, möchte vielleicht eine Versicherung für seine Spiegelreflex-Kamera abschließen. Eine zweiwöchige Laufzeit ist aufgrund der papierbasierten Prozesse für Versicherungen allerdings zu teuer und zu aufwändig. Wenn sie Kunden in die Lage versetzen, eine solche Police in wenigen Minuten auf dem Handy abzuschließen, können sie auch das Potenzial solch granularer Services erschließen“, erklärt Marco Schmid, Head of International Expansion Strategy von Swisscom Trust Services. Auch im Personalwesen bietet die elektronische Signatur Vorteile. So können Unternehmen durch die elektronische Signatur ihren Bewerbern eine schnelle Vertragsunterzeichnung ermöglichen.

Der cloudbasierte Signing Service von Swisscom Trust Service lässt sich über standardisierte Schnittstellen auch unter branchenspezifischen Compliance-Vorschriften einfach in bestehende Lösungen integrieren. Mit Hilfe verschiedener Anbieter durch Verfahren wie BankIdent, VideoIdent oder face2face kann mit einer App die im Rahmen von eIDAS und ZertES vorgeschriebene Identitätsprüfung der Nutzer durchgeführt werden. Beim Signieren werden an Swisscom keine Daten, sondern nur Hashwerte übertragen, die keinen Rückschluss auf den Dokumenteninhalt geben. Dadurch kann der Nutzer seine Identität bestätigen und Verträge elektronisch signieren, ohne das Haus verlassen zu müssen. Unternehmen können somit ihren Kunden eine komplett digitale Customer Journey ohne Medienbruch bereitstellen.

„Nutzerfreundlichkeit und Effizienz sind heute die entscheidenden Faktoren digitaler Geschäftsmodelle. Nutzer sind es heute gewöhnt, sämtliche Prozesse digital abzuwickeln. Dabei ist die Unterschrift eines Vertrages häufig ein Hindernis, da er händisch signiert und per Post zurückgeschickt werden muss“, so Marco Schmid, „Unternehmen, die ihre Kunden ohne Medienbruch identifizieren und elektronisch signieren lassen, erfüllen die heutige Erwartungshaltung. So wickeln sie ihre Prozesse effizienter ab und erhöhen die Konversionsrate, da sich Kunden von Anfang bis Ende reibungslos durch die Customer Journey bewegen können.“

Derzeit ist Swisscom Trust Services auf der Suche nach weiteren Lösungspartnern im deutschen Markt, die das Innovationspotenzial ihrer Geschäftsmodell ausschöpfen möchten. „Wir arbeiten bereits erfolgreich mit zahlreichen Unternehmen unterschiedlicher Branchen zusammen, die das Potenzial erkannt haben, das eine elektronische Signatur und eine einfache Identifikation für ihre Geschäftsmodelle bietet. Auch in Deutschland suchen wir nun nach Partnern, welche die User Experience ihres Angebots durch unsere Vertrauensdienste verbessern möchten oder nach innovativen Geschäftsmodellen suchen“, so Marco Schmid abschließend. (ahu)