Dividenden werden an Bedeutung für Anleger verlieren

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Lange Zeit standen Dividenden bei Investoren hoch im Kurs. Dividenden galten als Zins 2.0. Nun, mit dem wirtschaftlichen Abschwung, verschiebt sich diese Sichtweise. Dividenden haben etwas an ihrem Nimbus verloren.

Die Corona-Pandemie ist auch eine Zäsur für Dividendenstrategien, findet Mark Urquhart, Partner beim schottischen Vermögensverwalter Baillie Gifford. Gegenwärtig gehen Schätzungen davon aus, dass die Dividendeneinnahmen 2020 weltweit um 25-40 Prozent zurückgehen werden. Selbst das könnte sich als konservativ erweisen, schreibt Urquhart in seinem Blog. „Viele der sagenumwobenen Dividendenzahler mit beständigen und wachsenden Dividendenströmen haben ihren Heiligenschein verloren“, so Urquhart. Es falle schwer, die Symbolik nicht zu sehen, dass zum Beispiel Royal Dutch Shell zum ersten Mal seit 80 Jahren die Dividenden gekürzt habe.

Aus Sicht vieler Unternehmen seien Dividendenkürzungen nachvollziehbar. Es sei jedoch ein Schock für einkommensorientierte Anleger und für Bewertungen, die auf Dividendenwachstumsmodellen basieren. Weiter schreibt Urquhart: „Natürlich wird es eine gewisse Erholung bei den Ausschüttungsquoten und ein Wachstum der künftigen Dividenden geben. Rückwirkend wird 2020 allerdings als epochaler Moment betrachtet werden: Die relative Bedeutung von Dividenden für das langfristige Ertragswachstum von Anlegern droht angesichts der verminderten Sicherheit der Dividenden abzunehmen.“ (ah)