DIN-Norm wartet noch auf großen Durchbruch

Bislang konnte sich die DIN 77230 noch nicht flächendeckend in der Finanzdienstleistungsbranche durchsetzen / Foto: © Bence - stock.adobe.com

Die Finanzanalyse privater Haushalte zu normieren und damit mehr Transparenz und somit Vertrauen beim Verbraucher schaffen: Das ist das Ziel der Anfang des Jahres publizierten DIN 77230. Eine aktuelle Untersuchung zeigt jedoch, dass viele potenzielle Anwender noch von der Norm Abstand nehmen.

Bei der Erstellung der DIN 77230 „Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte“ war die ajco solutions GmbH mit ihren Geschäftsführern beteiligt. Ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung der Finanznorm wollte die Unternehmensberatung nun wissen, wie die Norm bei den Unternehmen angenommen wird, für die sie gedacht ist. Hierfür befragte sie 50 Experten von Banken, Versicherungen, Unternehmensberatungen, Maklerunternehmen und Finanzsoftware-Herstellern. Die Ergebnisse zeigen, dass die DIN-Norm bislang noch auf den ganz großen Durchbruch wartet. So gab nur jeder zweite Befragte an, dass er sich mit dieser Angelegenheit bereits befasst habe, immerhin 39 % gaben an, das Thema inhaltlich einordnen zu können, 37 % trauen der Norm zu, eine Verbesserung ihrer privaten Finanzentscheidungen bewirken zu können. 29 % glauben nicht, dass sich durch die Norm ihre privaten Finanzentscheidungen verändern werden.

Auch die Beschäftigung mit der DIN-Norm auf Unternehmensebene ist noch nicht flächendeckend verbreitet: So gaben nur 41 % der Umfrageteilnehmer an, dass das Thema bereits auf Management-Ebene behandelt worden sei. 49 % sagten zwar aus, dass sich ihr Unternehmen mit der Norm bereits beschäftigt habe – wenn auch nur am Rande. Wichtigster Fokus bei der Beschäftigung mit der DIN-Norm ist die Standardisierung und Digitalisierung des Beratungsgeschäfts. So antworteten 65 %. Für 60 % liegt der Fokus auf der allgemeinen Unternehmensstrategie.

Die Umfrageteilnehmer erwarten vor allem vier Effekte, die die Norm auf die Finanzdienstleistungsbranche haben wird. Am häufigsten (63 %) wurde eine Zurückgewinnung von Verbrauchervertrauen sowie eine Standardisierung von Beratungsangeboten genannt. Knapp dahinter (61 %) folgte eine Verbesserung der Beratungsqualität, gefolgt von einem erhöhten Cross Selling-Potenzial bei Banken und Versicherungen (51 %). (ahu)