Digitale Ökosysteme als Chance für Makler und Pools

Der Vorstand der BCA AG (v. li. nach re.): Rolf Schünemann, Roman Schwarze, Dr. Frank Ulbricht / Fotos: © BCA

Im Zuge des steigenden Erfolgs onlinebasierter „Customer-Convenience“- Geschäftsmodelle verlagert sich die Kundenschnittstelle immer häufiger hin zu den virtuellen Marktplätzen digitaler Plattformen. Demzufolge und vor allem im Sinne einer zukunftsgerechten Stärkung der freien Maklerprofession fordere dieser Umstand schnellstmöglich wettbewerbsfähige und marktstärkende Antworten, so der Tenor auf dem diesjährigen BCA Pressedialog in Frankfurt am Main.

Unter seiner Überschrift „Digitale Ökosysteme: Chancen und Herausforderungen der digitalen Plattformökonomie für Makler und Pools“, gingen am 19. Februar zahlreiche Medienvertreter gemeinsam mit dem BCA-Gesamtvorstand im Rahmen des diesjährigen Pressedialogs nicht nur der Frage nach, was sich hinter dem Begriff des „Digitalen Ökosystems“ konkret verbirgt, sondern darüber hinausgehend diskutierte die Runde über damit verbundene praktikable Lösungsansätze, die dazu geeignet sind, sich als Makler unter den sich abzeichnenden Veränderungen weiterhin entscheidende Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Die Zukunft lautet: „Management der Interaktionen“

In seiner fundierten Eingangsanalyse formulierte Rolf Schünemann, Vorstandsvorsitzender der BCA AG, nebst Begriffsdefinition zunächst eine Standortbestimmung zum Thema. So trügen die zahlreichen Innovationen, die das digitale Zeitalter erst ermöglicht habe, entscheidend dazu bei, dass sich die beruflichen Kernkompetenzen immer häufiger mit technologischen bzw. prozessualen Fähigkeiten verbünden. So seien nebst fachlicher Expertise heutzutage vor allem Erlebniszugewinn, Schnelligkeit und Flexibilität die drei zusätzlichen Erfolgsindikatoren, um den Verbraucher von seiner Dienstleistung zu überzeugen. Dabei teile sich die für Vermittler bis dato typische Kundensituation mittlerweile in zwei Hauptkategorien auf. So zeige sich zum einen, dass der Wunsch nach persönlicher Beratungskompetenz umso höher ausfalle, je komplexer und von individueller persönlicher Bedeutung sich der Versorgungsbedarf zeige.

Nichtsdestotrotz hinge der Maklererfolg in beiden Fällen entscheidend davon ab, wie geschickt man Technologie und Software einsetze, um Kunden dauerhaft an sich zu binden. Aus diesem Grund komme künftig dem digitalen Ökosystem besondere Bedeutung zu, das per Definition dann entstehe, wenn etwa ein Makler in der Lage sei, mittels geeigneter Plattform ein Netzwerk aus Partnern und sonstig für seine Dienstleistung relevanten Akteure zu knüpfen und bereitzustellen. Vor allem das Smartphone würde sich bei alledem als künftig entscheidende Kundenschnittstelle weiter etablieren. Dieses Zusammenspiel könne nun in idealer Weise dafür Sorge tragen, unterschiedliche Kundeninteressen bestmöglich zu bedienen und erfolgreich eine gemeinsame Wertschöpfung zu betreiben. Insofern müssten sich Makler betreffend Kundengewinnung und -bindung entweder in bereits vorhandene Ökosysteme integrieren oder bestenfalls eigene aufbauen.

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