Diese Versicherungen legten in der PKV am meisten zu

Foto: © Andriy Petrenko - stocka.adobe.com

In der Privaten Krankenversicherung ist zunehmend zu beobachten, dass sich Gesellschaften in schrumpfende, stagnierende und wachsende unterteilen. Haupttreiber dieser Entwicklung sind vor allem äußere Einflüsse.

Die Krankenversicherer leiden unter den historisch niedrigen Zinsen – und dieses Problem bekommen die Kunden zu spüren: So zeigt der Map-Report Nummer 903 „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2008 bis 2017“, dass im vergangenen Jahr die laufende Durchschnittsverzinsung um weitere 0,21 Prozentpunkte zurückgegangen ist und nun bei 3,51 % liegt. Auch die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen liegt mit 3,46 % unter dem Vorjahresniveau von 3,71 %. Die Nettorenditen bewegen sich angesichts der aktuellen Marktverhältnisse auf weiterhin hohem Niveau. Dieses kann aber nur erreicht werden, weil die privaten Krankenversicherer große Teile ihrer Bewertungsreserven auflösen.

Schwaches Neugeschäft

Bereits das sechste Jahr in Folge schwächelt marktdurchschnittlich das Neugeschäft in der Privaten Krankenversicherung. Damit geht eine sehr unterschiedliche Entwicklung der Anzahl der Vollversicherten zwischen den einzelnen Anbietern privater Krankenversicherungen einher. So konnten 11 der untersuchten 31 Anbieter mit Vollversicherten in den Büchern die Bestände ausbauen.

Welche Versicherer am meisten Versicherte in der Krankenvollversicherung hinzugewannen, sehen Sie unten in der Bildergalerie:

 

Welche Versicherung in der Krankenvollversicherung am meisten Versicherte verloren, sehen Sie unten in der Bildergalerie

 

Trotz des weiterhin schwachen Neugeschäfts sind die Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr um 4,8 % und damit deutlich stärker gestiegen als im Vorjahr, als der Zuwachs bei 1,3 % lag. Die deutliche Dynamik bei den Beitragseinnahmen ist besonders auf die Beitragsanpassungen zurückzuführen, die Anfang 2017 vorgenommen wurden. Der aktuelle Zuwachs bei den Beitragseinnahmen ist der höchste seit 2010, als dieser 5,6 % betrug.

Welche Versicherer bei den Beitragseinnahmen die höchsten Zuwächse verzeichneten, sehen Sie unten in unserer Bildergalerie

32 Kennzahlen führen zur Bewertung

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass die Bewertung eines Unternehmens nicht an ein oder zwei Kennzahlen festzumachen sei. So sei die Solidität eines Unternehmens nicht allein von seiner finanziellen Ausstattung oder vom Zinsniveau abhängig. Die Größe der Kennzahlen werde vielmehr auch durch die Bestandszusammensetzung beeinflusst. Deshalb konzentrierte sich der Vergleich auf Anbieter der Vollkostenversicherung. Aus diesem Grund werden Anbieter, die ihren Schwerpunkt auf Zusatzversicherungen haben, nur sporadisch bei Beitragseinnahmen aufgeführt.

Zu den klassischen Bilanzkennzahlen wie Nettorendite, Verwaltungskosten- und Abschlusskostenquote, Beitragseinnahmen, Marktanteilen und vielen weiteren Kennziffern werden im Vergleich zum Vorjahr jeweils die zehn Auf- und Absteiger grafisch dargestellt. Das erspart Zeit bei der Zahleninterpretation. Zudem beinhaltet der Vergleich zu allen Anbietern acht Grafiken zu ausgewählten Kennzahlen. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren werden damit die Trends der jeweiligen Gesellschaft im Vergleich zum Markt veranschaulicht. (ahu)

www.versicherungsjournal.de