Diese Risiken sollten Anleger in China kennen

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Investments in China bieten zahlreiche Fallstricke. Gerade die Wirtschaftsprüfung hat oft noch nicht den wesentlichen Standard.

In den letzten Jahren hat China deutlich an Gewicht in der Weltwirtschaft gewonnen: Allein in diesem Jahrtausend ist die Marktkapitalisierung des MSCI China Index um sagenhafte 2.228 % gestiegen. Der Börsengang des chinesischen Internetkonzerns Alibaba im Jahr 2014 war der größte Börsengang aller Zeiten und Chinas Wirtschaftsleistung ist gemessen an der Kaufkraftparität inzwischen größer als die der USA. Trotz dieses enormen Aufschwungs hinkt das „Reich der Mitte“ in mancher Hinsicht immer noch dem Westen hinterher. So sind externe Audits, wie sie im Westen üblich sind, in China noch relativ neu und aufgrund diverser Einschränkungen auch weniger transparent und zuverlässig als in anderen Ländern. Sowohl einheimische als auch ausländische Wirtschaftsprüfer unterliegen in China einer umfangreichen staatlichen Regulierung. So müssen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die ihren Sitz im Ausland haben, von chinesischen Staatsbürgern geleitet und kontrolliert werden. Zudem verbieten gesetzliche Vorschriften den Gesellschaften, Prüfdokumente an ausländische Regulierungsbehörden weiter zu geben.

Da China aufgrund der oben beschriebenen dynamischen Entwicklung immer mehr in das Blickfeld von Anleger gerät, sollten diese verstehen, welchen Einschränkungen externe Wirtschaftsprüfer im bevölkerungsreichsten Land der Erde unterliegen. So informiert Janus Henderson im Rahmen der Serie „Signals and Smokescreens“ Anleger darüber, wie sie Risikoindikatoren erkennen und die chinesische Unternehmenskultur besser verstehen können. Im neuesten Teil der Serie erfahren Anleger, wie wichtig es ist, dass ein Unternehmen kompetente Prüfer beruft und gewissenhafte Finanzberichte erstellte, die ein wahres und angemessenes Bild der Unternehmenslage vermitteln.

Dabei werden Beispiele für wichtige Warnsignale genannt. Beispielsweise sollten Anleger vorsichtig sein, wenn ein Unternehmen offenbar ungeeignete Wirtschaftsprüfer auswählt, die Prüfer austauscht oder regelmäßig entlässt. Auch wenn die Prüfungsfirma selbst kündigt, sollten Anleger hellhörig werden.

Schließlich kann es noch in einem speziellen Bereich der externen Revision, der Bilanzierung von Sachwerten, zu einer unsachgemäßen Prüfung kommen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn Vermögenswerte jedes Jahr höher bewertet werden, ohne dass ein Erlös aus einem Verkauf die Grundlage dafür bildet.

„Abgesehen von der generellen Frage des Umgangs mit potenziellen Interessenkonflikten ist die Wirtschaftsprüfungsbranche in China stark fragmentiert und leidet unter Überkapazitäten.  Ausländische Joint-Ventures sind stark reguliert, und ein genauer Blick auf die Tätigkeit der Auditoren und darauf, wie das Management mit ihnen zusammenarbeitet, ist deshalb bei der Anlage in chinesische Aktien ein wichtiger Aspekt im Due-Diligence-Prozess“, so Charlie Awdry, Fondsmanager des China Opportunities Fund bei Janus Henderson.

Zweck der Studie ist die Weitergabe von Wissen, um internationalen Anlegern zu einem besseren Verständnis der Risiken und der Unternehmenskultur in China zu verhelfen. Auf Grund der komplexen und  speziellen Strukturen chinesischer Unternehmen kann es schwierig sein, die Risiken dort zu erkennen und richtig einzuschätzen. (ahu)

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