Diese Renditen bringen Indexpolicen aktuell

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Indexgebunde Rentenversicherungen haben sich längst in der Produktlandschaft etabliert, wurden jedoch von den Börsenturbulenzen in der jüngeren Vergangenheit in Mitleidenschaft gezogen. Welche Policen die höchsten Renditen bieten, hat das Institut für Vorsorge- und Finanzplanung (IVFP) ermittelt.

Laut einer Umfrage des IVFP bieten 70 % aller Vermittler Indexpolicen aktiv zum Kauf an. Jedoch hat sich das Angebot in diesem Bereich leicht konzentriert: Nachdem im Jahr 2019 noch 19 Lebensversicherer solche Produkte im Portfolio hatten, sind es derzeit nur noch 16. Keine Indexpolicen mehr bieten seit vergangenem Jahr die Condor, die VGH und Generali an. Zudem haben viele Anbieter ihre Indexpolicen überarbeitet. So setzt bspw. die R+V nun statt auf den Eurostoxx 50 auf den SOMAS Index (Solactive Multi Anlage Stabil Index) – in Kombination mit einer Partizipationsquote (vormals Cap). Der Wiesbadener Versicherer folgt damit dem Trend moderner Indexpolicen. Auch der Volkswohl Bund hat seine Indexpolice ergänzt und bieten seinen Kunden nun die Wahl zwischen IndexZins und IndexChance an. Bei der Zins-Variante erhält der Kunden auch bei einer negativen Indexrendite eine garantierte Gutschrift in Höhe von einem Prozentpunkt. Jedoch sind hier die Indexquoten und damit auch die Renditechancen geringer als bei IndexChance.

Folgen der Börsenturbulenzen

Ein wesentlicher Grund für die Umorientierung der Anbieter ist die jüngste Entwicklung an den Börsen. So war 2018 ein schlechtes Börsenjahr und brachte damit bei Indexpolicen nur magere Renditegutschriften. Nach einer Erholung 2019 folgte im vergangenen März aufgrund der Corona-Krise ein historischer Börsencrash, was zur Folge hatte, dass es im vergangenen Jahr kaum Gutschriften aus der Indexbeteiligung gab. Zudem trugen die sehr volatilen Aktienmärkte dazu bei, dass positive Renditen bei Indexpolicen mit Cap letztendlich unmöglich wurden. Jedoch waren auch Indexmodelle, die mit Partizipationsquote arbeiten, kaum in der Lage positive Rendite zu erzielen. Zwar sind diese Modelle von der Schwankungsintensität der Kapitalmärkte nur wenig betroffen. Dennoch war der Absturz der Börsen zu stark, um diesen wieder vollständig aufzuholen. Letztendlich waren nur Indexmodelle mit einer Partizipationsquote in der Lage, für gewisse Indexstichtage, die nach dem Crash endeten, positive Indexrenditen zu erzielen.  Zudem macht das schon seit mehr als einem Jahrzehnt anhaltendende Niedrigzinsumfeld den Indexpolicen zu schaffen. So sind die Überschussbeteiligungen nach wie vor ein entscheidender Faktor für die Renditeaussichten dieser Produktgattung und diese müssen aktuell regelmäßig von Anbieterseite gesenkt werden.

Aufgrund des aktuellen Aufwärtstrends an den Börsen ist IVFP-Geschäftsführer Michael Hauer optimistisch: „Für das Indexjahr 2021 haben die Kunden wieder bessere Aussichten auf Gutschriften aus der Indexbeteiligung, vorausgesetzt die Folgen der Corona-Krise machen den Kapitalmärkten nicht allzu sehr zu schaffen.“

Hier finden Sie einen Marktüberblick über die Indexrenditen von vergangenem Jahr. Unter folgendem Link können Sie die Indexrenditen der vergangenen Jahre sowie eine ausführliche Erklärung der Funktionsweise von Indexpolicen sehen. (ahu)