Diese Chancen bietet der griechische Aktienmarkt

Christos Arbaras, Vorstandsvorsitzender der Anodos Asset Management AG / Foto: © Anodos Asset Management AG

Wer langfristig regelmäßig gleichbleibende Beträge in Investmentfonds investiert, glättet seine durchschnittlichen Einstiegskosten. In Phasen niedriger Kurse erwirbt ein Anleger auf diese Weise relativ betrachtet mehr Fondsanteile, während er in Phasen höherer Kurse im Verhältnis weniger Fondsanteile kauft.

Von dieser als ‚Cost-Average-Effekt‘ bezeichneten Investmentregel können langfristig orientierte Anleger auch bei der Investition in den griechischen Aktienmarkt profitieren. „Wer auf dem derzeitigen äußerst niedrigen Bewertungsniveau mit regelmäßigen Beträgen in den griechischen Aktienmarkt einsteigt, sichert sich auf längere Sicht die Chance auf erhebliche Kursgewinne. Im Vergleich zu seinem bisherigen Höchststand notiert der griechische Aktienindex Athex noch immer mit einem Bewertungsabschlag von annähernd 90 Prozent.

Bei der Suche nach dem geeigneten Investmentvehikel sind im Moment in passiven Indexinvestments deutliche Klumpenrisiken zu identifizieren, wie zum Beispiel der relativ hohe Anteil griechischer Banken. Diese waren zuletzt wieder in die Diskussion geraten und für den aktuellen Marktrücksetzer am griechischen Aktienmarkt hauptverantwortlich.

Vor dem Hintergrund der nach wie vor hohen Volatilität bei griechischen Aktien stellt ein aktiv gemanagter Griechenland-Aktienfonds, wie zum Beispiel der von Alphatrust gesteuerte HELLAS Opportunities Fund, die bessere Alternative dar. Im Portfolio wurde die Allokation von Bankaktien zuletzt deutlich auf nur zwei Prozent reduziert, so dass sie gegenüber dem Index um gut 14 Prozent untergewichtet sind (15.Oktober 2018), mit Erfolg.

Die Voraussetzungen für steigende Kurse an der griechischen Börse sind aus fundamentaler Sicht nach wie vor vorhanden. Während die griechische Konjunktur in den vergangenen Jahren überwiegend von der Binnennachfrage getragen wurde, kommen nun auch die Exporte wieder in Fahrt. Die Ausfuhren einschließlich Erdölprodukte verzeichneten im ersten Halbjahr 2018 ein Plus von knapp 16 Prozent. Damit ist ihr Wert um 2,2 Milliarden auf 16,2 Milliarden Euro gestiegen.

Auch die Privatisierungen von griechischen Staatsbetrieben, die eine der Auflagen der Geldgeber während der Hilfsprogramme an Griechenland waren, kommen weiter voran. So hatte zum Beispiel der Betreiber des Frankfurter Flughafens Fraport im vergangenen Jahr die insgesamt 14 griechischen Regionalflughäfen übernommen. Nun hat Fraport mit dem Bau eines 100 Millionen Euro schweren neuen Airport-Gebäudes in der zweitgrößten griechischen Stadt Thessaloniki begonnen – nur einer von vielen wichtigen Beiträgen, um die Infrastruktur des Landes für eine zukünftig wieder bessere internationale Wettbewerbsfähigkeit zu rüsten.

Trotz vieler positiver Vorzeichen wird der weitere Erholungskurs Griechenlands vor allem davon abhängen, wie konsequent die griechische Regierung die Umsetzung von Reformen weiterverfolgt. Ein Rückfall in alte Verhaltensmuster wäre kontraproduktiv, um das Vertrauen internationaler Investoren in den griechischen Markt wiederzuerlangen. Das wird nur gelingen, wenn Hellas zeigt, dass es den unter den finanziellen Hilfen der europäischen Geldgeber eingeleiteten Wachstumspfad nun auch auf eigenen Beinen nach Beendigung der Hilfsprogramme erfolgreich fortsetzen kann.

Kolumne von Christos Arbaras,
Vorstandsvorsitzender der Anodos Asset Management AG