Die zinslosen Zeiten sind vorbei

Foto: © 2ragon - stock.adobe.com

Stellen Sie sich vor, Sie wären nochmals 13 Jahre alt, in der 7. Klasse und auf dem Lehrplan stünde Zinsrechnen. Das war in der Tat in den vergangenen Jahren sicher mehr „Lernen für die Schule, denn fürs Leben“. Doch die Realität hat uns wieder, denn diese „zinslosen“ Zeiten sind seit Juli 2022 vorbei.

Mehr noch, angesichts der Rekordinflation hat die Europäische Zentralbank im September 2022 die größte Zinserhöhung seit Einführung des Euro-Bargelds beschlossen: Der Leitzins im Euroraum stieg um 0,75 Prozentpunkte auf 1,25 %. Am 15. Dezember 2022 wurden die Leizinsen erneut um 0,5 Prozentpunkte erhöht. Der Hauptrefinanzierungssatz (oberster Kreditzins) liegt damit seit dem 21. Dezember bei 2,5 %. Damit schließt sich auch ein Delta, zwischen Immobilienrenditen und 10-jähriger Staatsanleihe, welche zumindest seit Anfang der 2010er Jahren die Immobilienhausse nochmals befeuert hat.

Die Immobilienbranche sucht Orientierung

Um es klar zu sagen: Der Kapitalmarkt bzw. die Kapitalgeber haben diese Entwicklung ihrer Risikovorsorge angepasst. An den Preisschildern bei Verkäufen ist diese Entwicklung bisher nur vereinzelt angekommen. Aktuell ist eher Abwarten angesagt, zumal zwar weitgehend Einigkeit über eine Preiskorrektur herrscht, wenngleich aber über die Höhe des „Luftlochs“ diskutiert wird. Und es geht weiter: Die nächste EZB-Sitzung findet bereits am 2. Februar 2023 statt. Wir erwarten eine Fortsetzung der angekündigten Zinserhöhungen. Doch lässt sich die aktuelle Stagnation damit wirklich erklären? Nimmt die Inflation doch schneller ab als noch im Dezember gedacht?

Klar ist: Die Bedingungen für Immobilienfinanzierungen und Immobilieninvestments werden sich in den kommenden Monaten weiter verschlechtern, solange das aktuelle Preisniveau für Immobilien weiterhin stagniert. Hier erwarten wir in den kommenden Monaten ein Nachgeben der Objektpreise auf den Angebotsmärkten für alle Asset Klassen. Potenzielle Wertverluste werden aber durch Mietsteigerungen größtenteils aufgefangen.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.(ml)