Die Zinsen dürften niedrig bleiben

Johannes Müller, Head Macro-Research bei DWS / Foto: © DWS

Die EZB ist in ihrem Ausblick deutlich zurückhaltender geworden. Die Anpassung der Forward Guidance und damit die Absage von Zinserhöhungen der EZB in diesem Jahr ist für uns überraschend.

Wachstumserwartungen wurden deutlich nach unten korrigiert, vor allem für 2019. Deutliche Abstriche gab es auch bei den Inflationserwartungen. Selbst 2021 rechnet die EZB nun nur mit einem Anstieg der Inflationsrate auf 1,6%, was implizit eine Absage für das Erreichen des Inflationsziels ist. Zudem soll die neue Runde der TLTRO für weiter günstige Liquiditätsbedingungen in den kommenden Jahren sorgen.

Insgesamt hat die EZB damit deutlich mehr geliefert als gedacht, der geldpolitische Grad ist damit sogar noch expansiver geworden als er ohnehin schon war. Spekulationen, dass damit die Zinsen noch lange niedrig bleiben, erhalten damit weiter Auftrieb. Dennoch: Dass auch 10 Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise TLTROs notwendig sind, zeigt, dass das Finanzsystem noch weit von der Normalität entfernt ist.

Marktkommentar von Johannes Müller,
Head Macro-Research bei DWS