Die Talanx-Gruppe hält Kurs

Die Talanx-Gruppe sieht sich trotz der Belastung aus Beteiligung deutscher Lebensversicherungskunden am Kapitalanlageergebnis im Aufwind. Der Ausblick des Konzerns auf das Jahresergebnis 2014 bleibt positiv.

2014-08-14 (fw/db) Die Talanx-Gruppe meldet für das erste Halbjahr 2014 positive Ergebnisse. Das Konzernergebnis sei im Vergleich zum Vorjahr von 381 auf 410 Millionen Euro gestiegen. Bereinigt um einen vorjährigen Effekt aus dem Verkauf von Swiss-Life-Aktien in Höhe von rund 100 Millionen Euro stieg der Überschuss um stolze 21 Prozent. Die gebuchten Bruttoprämien nahmen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 0,1 Prozent auf 15 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,51 (1,62) Euro.

“Das erste Halbjahr 2014 verlief für uns durchaus zufriedenstellend. Damit ist unser Wachstumsziel für 2014 weiter gefestigt”, erläutert Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG.

Die Netto-Großschadenlast sank von 419 auf 250 Millionen Euro und ging im Vergleich zur schadenreichen Vorjahresperiode deutlich zurück.

Das versicherungstechnische Ergebnis ging im ersten Halbjahr insbesondere durch die Beteiligung deutscher Lebensversicherungskunden am Kapitalanlageergebnis auf -775 (-716) Millionen Euro zurück. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag mit 96,4 (96,1) Prozent ungefähr auf Vorjahresniveau. Vor allem die in der Erstversicherung zur Finanzierung der Zinszusatzreserve realisierten Gewinne hielten das Kapitalanlageergebnis trotz anhaltendem Niedrigzinsumfeld bei 1,9 Milliarden Euro stabil.

Die Solvabilitätsquote der Talanx-Gruppe lag zum 30.06.2014 bei 224,8 Prozent (31.12.2013: 210,2 Prozent). Nach dem Stichtag des 30.06.2014 nutzte Talanx Mitte Juli das günstige Zins- und Kapitalmarktumfeld zur Emission einer Senior-Benchmark-Anleihe in Höhe von einer halben Milliarde Euro. Der Mittelzufluss soll der Rückführung von Kreditlinien und einer Rückzahlung bestehender Anleihen dienen.

Im zweiten Quartal 2014 erzielte der Konzern ein Beitragsplus von 0,8 Prozent, wodurch die gebuchten Bruttoprämien auf 6,6 (6,5) Milliarden Euro stiegen. Insbesondere infolge wegfallender Sondereffekte aus den genannten Aktienverkäufen und geringerer Realisierungsgewinne der deutschen Lebensversicherer ging das Kapitalanlageergebnis um 6,4 Prozent auf 0,9 (1,0) Milliarden Euro zurück. Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich um 12,5 Prozent auf -405 (-464) Millionen Euro. Der Anstieg konnte den Rückgang im Kapitalanlageergebnis nicht ausgleichen, so dass das operative Ergebnis um 10,6 Prozent auf 451 (505) Millionen Euro fiel. Das Konzernergebnis sank infolge auf 165 (204) Millionen. Bereinigt um den genannten Sondereffekt stieg es aber um rund 28 Prozent.

Positiver Ausblick auf das Jahresergebnis 2014

Im Gesamtjahr 2014 will Talanx auf Basis konstanter Wechselkurse ein Bruttoprämienwachstum von zwei bis drei Prozent erzielen. Die Kapitalanlagerendite sollte aufgrund der im ersten Halbjahr bereits realisierten Veräußerungsgewinne bei mindestens 3,4 Prozent liegen, wobei der weit überwiegende Beitrag aus ordentlichen Kapitalerträgen resultiert. Talanx strebe unverändert ein Konzernergebnis von mindestens 700 Millionen an. Der Konzern erwartet für das Jahr 2014 eine Eigenkapitalrendite von rund zehn Prozent. Diese Ziele stehen unter dem Vorbehalt, dass Großschäden im Rahmen der aktualisierten Großschaden-Erwartungen bleiben und an den Währungs- und Kapitalmärkten keine Verwerfungen auftreten. Das Ziel, auch für das Geschäftsjahr 2014 einen Anteil von 35 bis 45 Prozent vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung auszuschütten, bleibe unverändert.