“Die Spreu trennt sich endgültig vom Weizen”

Einkaufen soll immer weniger Zeit kosten

In der mittlerweile dritten Auflage der Untersuchung wurde zudem analysiert, wie sich Veränderungen der Mobilitätsmuster auf die Wahl von Einkaufsstätten auswirken. Hierzu wurden in einer exklusiven Verbraucherbefragung die bevorzugten Einkaufsstätten und die dabei genutzten Verkehrsmittel untersucht. Während in der Stadt zwar das Auto an Bedeutung verliert, ist auf dem Land das Gegenteil der Fall. Deshalb ist es für Einkaufstätten wichtig, dass diese in der Näher auf dem Weg liegen. Deshalb sind es die Nahversorgungsbranchen die es sowohl derzeit als auch auf Dauer wohl am besten schaffen, sich mit ortsangepassten Konzepten zu behaupten.

Die Verbraucher wollen zudem für das Einkaufen immer weniger Zeit aufwenden, was sich sowohl in kürzeren Einkaufswegen als auch weniger Einkaufsvorgängen niederschlägt. So sind zwar die zurückgelegten Personenkilometer seit 2002 um fast 20 % gestiegen, haben aber beim Einkaufen um den gleichen Wert abgenommen. Weil Konsumenten aufgrund der aktuellen Situation verstärkt Online-Angebote ausprobieren und sie nach dem Überwinden der Corona-Krise auch verstärkt Gefallen daran finden können, kommen die Autoren des Habona-Reports zu dem Schluss, dass die Einkaufswege in Zukunft noch kürzer sein werden. Dies hat auch entscheidende Folgen für Standorte und Formate im Lebensmitteleinzelhandel.

„Gewinner werden Einkaufsstätten sein, die sich den Bedürfnissen ihrer Kunden entsprechend der Einbindung in deren Alltag sowie ihren individuellen Mobilitätsmustern anpassen und das entsprechende Sortiment in der richtigen Lage und mit der richtigen Verkehrsanbindung anbieten“, meint Eike Hartmann, Director Projects bei Statista und verantwortlich für die exklusive Verbraucherbefragung.

Nahversorgung wird für Investoren immer interessanter

Nach Einschätzung von Jones Lang LaSalle war die Nahversorgungsimmobilien bereits vor der Corona-Krise ein begehrtes Investmentprodukt. „2019 sind knapp 2,5 Milliarden Euro in Nahversorgungsimmobilien investiert worden. Dies entspricht einem Anstieg von fast 80 % im Vergleich zum Vorjahr, und der Trend geht weiter“, erläutert Sandra Ludwig, Head of Retail Investment bei JLL. Das hat auch deutliche Folgen für die mit Investments zu erzielenden Erträge. So liegen die Spitzenanfangsrenditen für Nahversorger mittlerweile nur noch 4,2 %. Laut Habona-Report ist davon auszugehen, dass sich der Lebensmitteleinzelhandel auch in der Krise und sicherlich danach ein Stück weit als „Fels in der Brandung“ unter den Immobilienanlagen darstellen wird.

Die komplette Untersuchung kann hier heruntergeladen werden. (ahu)