Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab

Carsten Mumm, Chefvolkswirt Privatbank Donner & Reuschel / Foto: © Donner & Reuschel

In den USA lag der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe mit 52,1 Punkten erneut unter dem Vormonatswert von 52,8 Punkten. In Deutschland zeichnete das ifo-Geschäftsklima in der Vorwoche nicht nur das bekannt schwache Bild der Industrie, sondern gab auch in der Dienstleistungskomponente deutlich nach. Zusammen mit der um 60.000 unerwartet gestiegenen Arbeitslosenzahl – von denen nur ca. die Hälfte auf eine veränderte Datenerhebung zurückzuführen ist – steigt die Sorge um die wichtigste verbliebene Konjunkturstütze: den Konsum. Im Zuge dessen rutschte die Rendite einer 10-jährigen Bundesanleihe sogar unter den Tiefstand von Oktober 2016 und lag bei -0,2 Prozent p.a. In dieser Woche liegt der Fokus auf den April-Auftragseingängen der Industrie in den USA und Deutschland sowie der deutschen April-Industrieproduktion und dem EZB-Zinsentscheid. Eine deutliche Trendwende an den internationalen Kapitalmärkten könnte derzeit nur eine positive Nachricht in puncto Handelskonflikte bringen. Diese ist kurzfristig aber kaum zu erwarten.

Marktkommentar von Carsten Mumm,
Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel