Die Merz-Rente – ein Faktencheck

Die Aussage von Carsten Schneider bietet eine gute Gelegenheit, auf zwei weitere
Grundelemente einer nachhaltigen Altersvorsorge hinzuweisen:

1. Die staatliche Rente ist nicht demografiefest. Sie hängt in erheblichem Maße von
der Entwicklung der Anzahl der Beitragszahler in die Rentenversicherung in
Deutschland ab. Dass es damit nicht zum Besten bestellt ist, ist auch natürlich
auch vielen Politikern bekannt, die diesen Tatbestand aber bei ihrer
verantwortungslosen Rentenpolitik mit beeindruckender Konsequenz ignorieren,
sodass eine ergänzende Form der Altersvorsorge mit jeder „Stärkung“ der
umlagefinanzierten staatlichen Rente umso notwendiger wird.

2. Die massive steuerliche und regulatorische Begünstigung von Staatsanleihen
(statt „Aktiendeals“) in den meisten Formen der kapitalgedeckten Altersvorsorge
ist keine Lösung, da die Renditen absurd niedrig sind, obwohl die
Staatsverschuldung in etlichen Ländern auf ein kaum noch beherrschbares
Niveau gestiegen und damit die Bonität massiv gesunken ist. Zudem wird die
Altersvorsorge damit extrem abhängig von der Bonität eines einzigen Staates
oder Währungsraums wie der Eurozone, die wiederum auch von der Demografie
abhängig ist. Kapitaldeckung funktionierte mit der von Politikern bevorzugten
Anlageform Staatsanleihe in den letzten 30 Jahren ausnahmsweise gut, aber
weder davor noch in der Zukunft ist eine auskömmliche Rendite und hohe
Sicherheit gegeben.

Ein weltweit anlegender Aktienfonds ohne Kosten löst diese beiden Probleme souverän.
Die deutsche Bevölkerung, die rund 1 % der Weltbevölkerung beträgt, und deren
Wachstum oder Schrumpfung wird völlig irrelevant, denn es geht um die Entwicklung
der Weltwirtschaft und der weltweiten Unternehmen in den nächsten Jahrzehnten.
Nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Renditen waren und sind bei langfristigen
Aktienanlagen wesentlich besser als bei Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren: In
den unruhigen Jahrzehnten von 1900 bis 1945 mit zwei Weltkriegen, einer Großen
Depression diversen Währungszusammenbrüchen, davon allein zwei in Deutschland,
entstand eine enorme Staatsverschuldung, die allerdings inzwischen in vielen Ländern
wieder erreicht oder sogar übertroffen wird. Die damalige Staatsverschuldung konnte
nach dem 2. Weltkrieg durch extrem niedrige Zinsen und Staatsanleihen begünstigende
Anlagevorschriften sowie eine 20 Jahre lang boomende Weltwirtschaft bei steigender
Bevölkerungszahl bis 1980 weitgehend abgebaut werden. In diesen 80 Jahren
erbrachten Staatsanleihen weltweit eine Rendite von 0 % nach Abzug der jährlichen
Inflation, Aktien dagegen von 4,7 % p.a. Aktien haben sich also schon einmal in
unruhigen Zeiten als ausgesprochen krisenfest erwiesen. Angesichts der zahlreichen
wirtschaftlichen und politischen Probleme werden sie in den nächsten Jahrzehnten eine
weitere Gelegenheit bekommen, ihre Überlegenheit bei der langfristigen Kapitalanlage
zu beweisen.

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