Die finanzwelt-Software-Transparenz-Offensive – Teil 2

Unsere Artikelserie beschäftigt sich mit Marktübersichten, Test- und Praxisberichten, die in Kürze in unserem Online-Angebot unter www.finanzwelt.de/software für Sie zugänglich sein werden.

Die Serie richtet sich nicht nur an Sie als Anwender, sondern auch an die Softwarehersteller: Falls Sie sich als Softwarehersteller in einer der Marktübersichten nicht wiederfinden, dann kontaktieren Sie uns einfach unter software@finanzwelt.de.

Software ist in der Finanzdienstleistungs- und Versicherungsbranche zu einem der größten Erfolgsfaktoren geworden. Die Artikelserie hat das Ziel, Ihnen eine neutrale und möglichst vollständige Marktübersicht bereitzustellen sowie konkrete Entscheidungshilfen bei der Auswahl der auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Softwarepakete anzubieten.

In unserem letzten Artikel haben wir uns schwerpunktmäßig mit MVPs (Maklerverwaltungsprogramme) beschäftigt. Diese Anwendungen sind unverzichtbar, da Sie damit Ihre gesamten Kunden- und Vertragsdaten ganz einfach elektronisch verwalten können. Doch bevor Sie Kundendaten verwalten, müssen Sie zunächst einmal Kunden gewinnen. Und dabei kann Sie eine Beratungssoftware optimal unterstützen. Doch was ist Beratungssoftware? Unter diesem Sammelbegriff verbergen sich ganz viele unterschiedliche Kategorien. Mit diesem Thema beschäftigt sich dieser Artikel.

Welchen Nutzen bringt mir Beratungssoftware? Hier ein Beispiel:

Ein Arbeitnehmer mit Familie möchte etwas für seine Altersvorsorge tun. Alle anderen Beratungsthemen haben Sie für den Kunden bereits zufriedenstellend gelöst. Um eine qualitativ hochwertige Altersvorsorgeberatung durchzuführen, benötigen Sie Kenntnisse in sehr vielen Bereichen, z. B. Sozialversicherungsrecht, Einkommenssteuerrecht, Altersvermögensgesetz und Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz, Produktkenntnisse auf Bedingungswerkebene usw.

Jetzt gilt es, das Wissen in vielen Szenarien anzuwenden. Die bestehende Vorsorge zu berücksichtigen, die Besonderheiten der Versorgungswege mit den Vorstellungen des Kunden abzugleichen, das Budget des Kunden zu berücksichtigen.

Fast fertig – Nur noch die Auswahl des Produktgebers: Versicherung oder Investmentfonds? Welche Anlageform? Welcher Tarif? Welche Tarifausprägung?

Fertig – Wie viel Zeit hat dieser Vorgang wohl benötigt?

Mit einer guten Beratungssoftware zum Thema Altersvorsorge oder einer Analysesoftware mit dem Schwerpunkt Vorsorge könnte das viel schneller gehen. Denn hier werden alle Kundendaten aus Ihrem MVP oder Bestandssystem importiert und die Produktauswahl durch eine Vergleichssoftware, die alle notwendigen Unterlagen ausgefüllt erzeugt, getroffen. Durch eine mögliche Zeitersparnis können Sie Ihre Schlagzahl erhöhen und somit Ihren Ertrag steigern oder mehr Freizeit genießen.

Beratungssoftware ist Software, die Sie bei Ihrer Beratung
unterstützen soll. Wir unterscheiden grundsätzlich drei
Kategorien mit verschiedenen Ausprägungen:

I. Beratungstools
Die Ausprägungen können verschiedene Beratungsthemen (z. B. Altersvorsorge, Fördermittel, Existenzsicherung), Zielgruppen (z. B. Gewerbetreibende, Kapitalanleger, Familien), Produkte (z. B. bAV, Unfall, Riester) oder Anlässe (z. B. Erben/Verschenken, Baufinanzierung) sein.

II. Analysesoftware
Die Ausprägungen sind grundsätzliche Beratungsansätze (z. B. ganzheitliche Beratung, Vorsorgeberatung, Risikoanalysen), Zielgruppen (z. B. Privatkunden, Gewerbetreibende, Freiberufler) oder Produkte (z. B. BU, PKV, Investmentfonds). Analysesoftware beinhaltet immer mehrere Beratungsthemen.

III. Vergleichs- und Angebotssoftware
Hier ist die Ausprägung die Produktart (z. B. KFZ, KVV, Leben, Strom), die Einsatztiefe (z. B. Preisvergleich, Leistungsvergleich, Dokumente, Online-Abschluss) und das Spektrum(z. B. nur ein Versicherer, ein Auszug, Marktvergleich).

„Welches Beratungs- oder Analyseprogramm nutzen Sie?”

Die folgende Marktübersicht basiert auf der aktuellen Studie der Hochschule Fresenius in Köln aus dem Zeitraum 11/2013 bis 01/2014.Teilgenommen haben insgesamt 683 Versicherungsmakler und Finanzdienstleister. Es wurde nicht nach Vergleichs- und Angebotssoftware gefragt.

Rang Software

Die folgende Grafik zeigt die grundsätzliche Entscheidung zum Thema Themenberatungs- und Analysesoftware der Studienteilnehmer. Es handelte sich dabei überwiegend um freie Entscheider. Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich. 33 % der Befragten haben ihre Beratungssoftware in einer Liste von Anbietern wiederfinden können; 28 % setzen hingegen andere Produkte ein. 27 % der Befragten benutzen Beratungssoftware, die ihnen von ihren Vertriebspartnern zur Verfügung gestellt wird. Eine Tatsache, die die Versicherer mit Sicherheit erfreuen wird. Und lediglich 1 % arbeitet mit Eigenentwicklungen.

software01 05 2014
Welche Software aus Ihrer Sicht die richtige bzw. passende ist, hängt sehr von der jeweiligen Aufgabenstellung ab. Der grundsätzliche Beratungsansatz und der aktuelle Beratungsanlass spielen dabei eine zentrale Rolle. Jede Beratungssoftware muss im ersten Schritt mit Daten gefüttert werden. Diese Daten dienen dann als Grundlage für Analyse-Berechnungen oder Produktvergleiche. Kein Mensch möchte sich in der heutigen Zeit mit lästigen Mehrfachdatenerfassungen beschäftigen. Aus diesem Grund sind hier Funktionen und Schnittstellen gefragt. Pfiffig wurde z. B. das Thema Datenerfassung bei gandav B gelöst. Mit einem Online-Kunden-Datenerfassungsassistenten können die Endkunden ihre Daten selbst erfassen. Ebenfalls gibt es Apps (Bestandteil der JCP-Analyse), die eine spielerische Datenerfassung mit dem Kunden am iPad ermöglichen.

Ein weiteres „lästiges” Thema in der Praxis ist die Erstellung der Beratungsdokumentation, wie die folgende Grafik zeigt:

software02 05 2014
77 % der Studienteilnehmer finden das Erstellen der Dokumentation als „umständlich”. In einer Beratungssoftware werden bereits viele Daten erfasst, die für das Erstellen der Beratungsdokumentation notwendig sind.

software03 05 2014

Beratungssoftware lässt sich aus dem täglichen Leben eines Versicherungsmaklers oder Finanzberaters nicht mehr wegdenken. Wie bei jeder Kaufentscheidung sind Ihre persönlichen Anforderungen maßgebend.

In den nächsten Wochen ist die Fertigstellung des finanzwelt-Softwareportals (www.finanzwelt.de/software) geplant. Dort werden Sie das umfangreichste Softwareregister der Branche finden. Zudem können Sie dort Ihre Erfahrungen in Form von Bewertungen und Rezensionen selbst abgeben und von den Erfahrungen Ihrer Kollegen profitieren. (cje)

Printausgabe 05 / 2014