Die Deutsche Post hat höhere Kosten für Klopapier als unsere gesamte BGA

Lars Weiper, Co-Founder alisPost / Foto: © alisPost

Lars S. Weiper ist Co-Founder des Hamburger Unternehmens alisPost. Der Senior IT Project Manager ist im europäischen Ausland und in den USA geschäftig. Er ist Partner der Bundesrepublik, sowie der Stadt Hamburg und im Digitization Council. Grund genug für die finanzwelt sich mit dem StartUp-Gründer über sein neustes Projekt zu unterhalten: eine vollumfänglich digitale Abwicklung des Briefverkehrs, die Versicherern Millionen an Porto-Euros einsparen könnte. Aber auch jenseits der Kosten ist myPost interessant für jedes Unternehmen, das regelmäßigen Briefverkehr mit seine Kunden betreibt.

finanzwelt: Das Kerngeschäft der Hamburger alisPost ist ihre mypost – Anwendung. Als Alternative zur bisherigen Papierform, bietet die Anwendung  eine vollumfänglich digitale Abwicklung des Briefverkehrs. Habe ich das korrekt zusammengefasst?

Lars Weiper: Absolut, richtig. Unsere myPost-Plattform ist der Trigger für die längst überfällige Transformation, von gegenwärtigen analogen, fragmentierten Kommunikationsprozessen, hin zu einer ganzheitlich digitalen Abwicklung des formellen Briefverkehrs.

finanzwelt: Konkretisiert, welcher Schriftverkehr musste bisher der Papierform entsprechen, welchen Sie nunmehr digital abwickeln können?

Lars Weiper: Simpel gesagt, all das, was Sie derweil noch per klassischer Post versenden oder erhalten. Ämterbriefe, Verträge, Policy Updates, Lohnscheine. Oder auch Nebenkosten, Rechnungen, Mahnungen und so weiter.

finanzwelt: Gibt es diese Lösung nicht schon, denken wir beispielsweise an die E-Post?

Lars Weiper: Bisweilen gibt es diese Lösung nicht. Wenn Sie die E-Post nutzen, versenden Sie Ihr Schriftstück zwar digital, doch wird dieses anschließend von der Deutschen Post ausgedruckt und dem Empfänger in bekannter Papierform zugestellt. Wir agieren hingegen völlig medienbruchfrei. Ein digital erstelltes Schriftstück wird auch als Solches versendet, zugestellt und weiterverarbeitet.

finanzwelt: Was haben Sie anders gemacht, als die Deutsche Post?

Lars Weiper: Die E-Post scheiterte vordergründig am Datenschutz und verbrannte damit 500 Millionen Euro an getätigten Investitionen. Das Scheitern der E-Post hatte jedoch auch andere Gründe. Bereits 2013 äußerte der damalige CEO der E-Post, Ralph Wiegand, gegenüber der Zeitung Die Welt, man möchte einem unglücklich formulierten Gesetz nicht genügen, wobei er sich auf das Datenschutzgesetz bezog. Als absolute Befürworter der DSGVO, sind wir das Thema grundsätzlich anders angegangen. So ergibt sich der Anspruch, dass wir auch nicht einfach nur vor dem Datenschutz  bestehen wollen. Mit der Sicherheit persönlicher Daten unserer Nutzer im Fokus, bildet die DSGVO einen der Maßstäbe unseres Handelns, zu dem wir on top unseren persönlichen Value Added beitragen.

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