Die Chancen von Trendinvstments

Andreas Kern, Gründer und CEO der wikifolio Financial Technologies AG / Foto: © Martina Draper

Aktiv oder passiv? Die Tatsache, dass es vielen Aktienfondsmanagern nicht gelingt, ihre Benchmark dauerhaft zu schlagen, hat in den vergangenen Jahren einen Ansturm auf die mehrheitlich passiv gemanagten Exchange Traded Funds (ETF) ausgelöst. Dadurch sind viele Anleger nun vor allem in den großen Indizes wie DAX, Euro Stoxx oder S&P 500 investiert.

Die allseits bekannten Aktienbarometer haben aber auch Nachteile. Indexmitglied wird man hier nämlich nur, wenn die Unternehmen an der Börse eine gewisse Größe erreicht haben. Und das ist oft erst dann der Fall, wenn die Kurse der Aktien eine Zeitlang deutlich gestiegen sind. Ein gutes aktuelles Beispiel dafür ist die Aktie von Wirecard, die erst jetzt – nach einer 500 Prozent-Rally in den letzten 2,5 Jahren – in den DAX aufsteigt.

Viele potenzielle Profiteure in einem Index

Wer bei solchen Highflyern schon frühzeitig dabei sein möchte, der muss sich auch abseits der ganz großen Indizes engagieren. Immer mehr in Mode kommen dabei so genannte Trend-Investments, bei denen Anleger gezielt auf Unternehmen setzen, die von potenziellen Zukunftstrends profitieren könnten. Der digitale Vermögensverwalter Werthstein, vor zwei Jahren gegründet, hat sich genau darauf spezialisiert. „Wirtschaftliche, gesellschaftliche und technologische Trends bieten höhere Renditechancen als der Gesamtmarkt“, erklärt Felix Röscheisen, Generalbevollmächtigter von Werthstein, die Idee hinter den so genannten „Zeitgeist-Investments“, von denen einige seit kurzem auch über wikifolio-Zertifikate investierbar sind. Als Basiswert dienen dabei Portfolios, die in der Regel aus 10 bis 20 nach einem ausführlichen Filter- und Rankingprozess ausgewählten Einzeltiteln bestehen.

Faktor Mensch

Völlig neu ist die Idee solcher Trend-Investments zwar nicht. Die Werthstein-Anlageprofis beschäftigen sich schon länger intensiv damit und setzen dabei ganz auf die Kombination von Mensch und Maschine, wie Röscheisen verdeutlicht: „Der Computer überwacht, dass das Kundenportfolio jederzeit zur Risikoeinstufung des Kunden passt. Wir glauben aber, dass Menschen Trends besser erkennen können als Computer. Daher identifizieren wir monatlich in unserem Anlageausschuss Trends, die für die involvierten Unternehmen überdurchschnittliche Umsatz- und Gewinnentwicklungen versprechen, wählen die besten aus und machen diese für unsere Kunden investierbar“. Einige dieser Themen liegen seiner Ansicht nach „förmlich auf der Hand“, werden bislang von der Finanzindustrie aber nicht aufgenommen.“

Schlank, fit und gesund

Dazu zählt zum Beispiel der gesellschaftlich verbreitete Trend zum „Kampf gegen den Zucker“. Das entsprechende Portfolio wurde von Werthstein vor mehr als einem Jahr entwickelt und enthält 14 Aktien von Unternehmen, die von den Vermögensverwaltern als potenzielle Profiteure angesehen wurden. Dazu zählen Anbieter von kundennahen Dienstleistungen rund um Gewichtsmanagement und gesunde Lebensmittel ebenso wie Produzenten von bestimmten Lebensmittel-Komponenten (zum Beispiel des Zucker-Ersatzstoffs Stevia) und auch Anbieter von Geräten und Infrastruktur im Bereich Sport und Fitness. „Schlank, fit und gesund zu sein ist anhaltend zeitgeistig“, heißt es daher auch in der Beschreibung des wikifolios.

Noch viele andere Ideen

Als weitere Trend-Themen werden von Werthstein zum Beispiel „Fahren ohne Fahrer“, „Weltraumtechnologie-Aktien“ oder „Die Renaissance der Batterien“ angesehen. All diese Trends bieten nach Meinung von Röscheisen weitaus mehr Facetten als es zunächst scheint. Beispiel Batterieindustrie: „Diese Branche erhält einen starken Impuls aus der Elektromobilität. Doch ebenso sehr profitiert sie von der steigenden Bedeutung von erneuerbaren Energien und der rapide steigenden Nachfrage nach kleinen Energiespeichern für Haushalte. Das alles addiert sich zu einem Zeitgeist, der aus unserer Sicht für die kommende Zeit sehr interessante Investmentmöglichkeiten bietet“.

Kolumne von Andreas Kern,
Gründer und CEO der wikifolio Financial  Technologies AG