Deutschlands First Lady verleiht Kinderschutzpreise

Elke Büdenbender, Ehefrau von Bundespräsident Steinmeier, vergab die Kinderschutzpreise der HanseMerkur / Foto: © HanseMerkur

Am Freitag wurden zum 37. Mal die HanseMerkur Preise für Kinderschutz verliehen. Die Auszeichnungen wurden von Elke Büdenbender überreicht, Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Schirmherrin von UNICEF Deutschland. Vier Einrichtungen aus Köln, Hamburg und Magdeburg erhielten die Preise.

Seit 1980 vergibt die HanseMerkur den Kinderschutzpreis, der inzwischen mit 50.000 Euro dotiert ist. Insgesamt wurden bereits Preisgelder von über 1,2 Mio. Euro ausgeschüttet. „Seit 1980 stiften wir soziales Kapital über das Eintreten für die Wahrnehmung der Rechte und Bedürfnisse von Kindern und Familien. Dieses Anliegen ist sowohl zentral verankert in unserer Unternehmens- als auch in unserer Markenstrategie. Deren Leitidee Hand in Hand ist…HanseMerkur nimmt die Grundidee des Versicherungsgedankens auf: solidarisch füreinander einzustehen“, so Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur.

Erster Preis geht nach Hamburg

Der Hauptpreisträger hatte eine sehr kurze Anfahrt: Das Kinderhaus Mignon der Benita Quadflieg Stiftung im Hamburger Elbvorort Nienstedten betreut seit 1995 20 Kinder ab 0 Jahren, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren Herkunftsfamilien bleiben konnten. Die Kinder werden im Kinderhaus in vier familienanlogen Wohngruppen betreut, gestärkt und auf das Leben vorbereitet. „Wir fühlen uns zu 100 Prozent dem Kind verpflichtet, welches sein Schicksal nicht selber wählen konnte“, so der Leitsatz der Einrichtung. Im Kinderhaus befinden sich sowohl junge Menschen, die unter Vormundschaft der Jugendhilfe stehen oder die über das Familiengericht wegen schwerer Kindewohlgefährdung vermittelt wurden, traumatisierte Kinder aus Familien, deren Eltern psychisch krank, alkohol- oder drogensüchtig waren, genau wie Kinder, die über lange Zeiträume geschüttelt wurden, oder vor Hunger geweint haben, die seelisch so verletzt wurden, dass sie Beziehungen nicht mehr aushalten, mit Aggression oder Regression reagieren. „Jedes Kind hat das Recht geschützt zu werden und das Anrecht auf eine eigene Entwicklung“, so das Credo der Einrichtung. Die Bewohner der Einrichtung werden dabei auch im jugendlichen Alter betreut, bspw. bei der Berufsfindung oder bei der Suche nach Wohnraum

Drei Anerkennungspreise

Neben dem Hauptpreis wurden noch drei mit jeweils 10.000 Euro dotierte Anerkennungspreise verliehen. Einen der Preise sicherte sich die Spezialambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in der Uniklinik Köln. Sie ist die einzige deutsche Einrichtung, die ein innovatives physio-therapeutisches Intervallkonzept von Reha und häuslichem Training entwickelt hat, um die motorischen Fähigkeiten von Kindern zu stärken, die an der Glasknochenkrankheit leiden. Durch das Konzept soll auch der Gleichgewichtssinn dieser Kinder verbessert und damit deren Sturzhäufigkeit verringert werden. Zudem sammeln die Kölner Ärzte und Therapeuten international verfügbares Expertenwissen, um dieses Physiotherapeuten, Eltern und Selbsthilfeorganisationen zur Verfügung zu stellen.

Ein weiterer Anerkennungspreis ging an den Magdeburger Verein Kinderklinikkonzerte e.V., der Patienten zwischen drei und 17 Jahren private Überraschungskonzerte auf Kinderstationen deutscher Kliniken schenkt. Die sorgfältig ausgewählten Künstler treten dabei ohne Gage auf. Ein ehrenamtlich arbeitendes junges Team von Notfallsanitätern, Rettungsfliegern, Krankenpflegern, Schwestern, Ärzten und Psychologen hat schon 14 Konzerte zwischen Hamburg und Göttingen, Berlin und Leipzig organisiert und arbeitet ob der regen Nachfrage an einem Mittelfrist-Ziel: einer einwöchigen Nightliner-Tour durch mehrere Kinderkliniken in unterschiedlichen Städten.

Auch einer der drei Anerkennungspreisträger musste nicht einmal die eigene Stadt verlassen um sich den Preis abzuholen. Der DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg e.V. serviert jedes Wochenende in der Kita Grüne Insel im Hamburger Problemviertel Neuwiedenthal ca. 50 Kindern zwischen drei und 14 Jahren ein warmes Mittagsmahl. So hatte die Kita festgestellt, dass viele Kinder am Wochenende nicht genug zu essen bekamen. Nebenbei lernen die Kinder auch etwas über (Tisch)-Regeln, räumen fort und erfahren Strukturen und klare Abläufe. Der spendenfinanzierte „Kinderteller Neuwiedenthal“ wird von 15 Ehrenamtlichen getragen. (ahu)

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