Deutschland kein Sparerland

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Mit über 80 Mio. Einwohnern ist Deutschland das bevölkerungsreichste Land, das ausschließlich in Europa liegt. Bezüglich der Sparsamkeit ist die Bundesrepublik aber alles andere als europäische Spitze. Auch die Coronakrise ändert daran nichts. Das zeigt eine Studie der ING.

In Deutschland verfügen ca. 30 % aller Haushalte über keine nennenswerten Ersparnisse. Lediglich in Rumänien sind es mit 40 % noch mehr. Das geht aus der ING International Survey hervor, für die das Sparverhalten in 13 europäischen Ländern untersucht wurde.

Corona sorgt für mehr Sparsamkeit

Viele Freizeitaktivitäten waren über Wochen geschlossen oder sind es immer noch, Kurzarbeit und Jobangst hemmen die Bereitschaft zu größeren Ausgaben: Die Coronarkrise hat dafür gesorgt, dass die Leute immer weniger Geld ausgeben. So zeigt die ING-Untersuchung, dass in den meisten der 13 Umfrageländer der Anteil der Befragten, die über keinerlei Ersparnisse verfügen, zurückgegangen ist. Aus der Studie geht aber auch hervor, dass für wirtschaftlich schwächer aufgestellte Menschen die Krise eine große finanzielle Belastung darstelle: Je höher die angesparten Rücklagen, desto wahrscheinlicher ist es, dass in der Corona-Krise mehr gespart wird als zuvor – und umgekehrt

Zudem sind die Deutschen auch in der Coronakrise größere Bargeldanhänger als ihre europäischen Mitbürger: Während hierzulande 44 % ihre Bargeldnutzung in den vergangen Monaten verringert haben, waren es im europäischen Durchschnitt 57 %. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass die Deutschen getrost als Gewohnheitstiere bezeichnet werden können: Bei allen Fragen, die sich auf eine eventuelle Änderung des Ausgabe- und Sparverhaltens aufgrund des Corona-Virus beziehen, liegt hierzulande der Anteil derer, die angeben, nichts geändert zu haben, deutlich über dem Durchschnitt. (ahu)