„Deutschland kann gewinnen“

finanzwelt: Daran anknüpfend – mit Ihren MIG-Fonds leisten Sie sozusagen Ihren Beitrag zum Forcieren des industriellen Wandels. Themen wie Digitalisierung, Industrie 4.0, Robotik, Energieeffizienz und autonomes Fahren unterstützen Sie mit der Bereitstellung entsprechenden Beteiligungskapitals. Zu Ihren Portfoliounternehmen zählt dabei auch das in Mainz ansässige Biotech-Startup BioNTech. Ein Krisengewinner?

Dr. Hallweger: Zu Ihrem ersten Punkt – mit den MIG Fonds können Investoren über ihren eigenen Tellerrand hinaus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen, den Wirtschaftsstandort Deutschland aktiv fördern und nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklungen vorantreiben. Deutschland, das Land der Dichter und Denker, kann Boden gutmachen, um im internationalen Wettbewerb auf Augenhöhe zu sein. Die wesentlichen Zutaten hierzu haben wir. Mit Besorgnis nehmen wir jedoch zur Kenntnis, dass die politischen Entscheidungsträger hierbei oftmals zu lethargisch und ängstlich agieren; es bedarf Mut und Weitsicht, um den Standort Deutschland international weiter zu stärken. Vor 150 Jahren war Deutschland mit den Erfindungen im Maschinenbau, Automobilsektor und der Chemie das Silicon Valley der damaligen Welt. Die Welt hat sich verändert und wir können hier wieder globale Spitzenpositionen einnehmen in neu entstehenden Industrien.

Dazu passt als Beispiel die BioNTech, eines unserer aktuell 26 Beteiligungsunternehmen in den MIG Fonds. Die Mainzer, spezialisiert auf Immuntherapien für Krebs und andere schwere Krankheiten, gehören weltweit zur technologischen Spitze im Bereich der Immunonkologie und haben die Möglichkeiten, die pharmazeutische Industrie zu revolutionieren. Mit Ausbruch von COVID-19 hat BioNTech in Partnerschaften mit dem chinesischen Unternehmen Fosun Pharma und dem US-Konzern Pfizer in kürzester Zeit enorme Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus gemacht. Die ersten Probanden sind mittlerweile in Deutschland geimpft – möglicherweise ein gewaltiger Schritt für die Menschheit, jedenfalls eine höchst respektable Leistung der BioNTech. Und, ein Paradebeispiel unserer exzellent aufgestellten Portfoliounternehmen. Drei unserer MIG-Fonds sind an BioNTech mit insgesamt rund fünf Prozent beteiligt. Für unsere Anleger eine geradezu phantastische Nachricht.

finanzwelt: Der aktuell in Platzierung befindliche MIG Fonds 16 hat sich gerade an der NeraCare GmbH aus Köln beteiligt. Was macht dieses Portfoliounternehmen so interessant?

Dr. Hallweger: Die 2015 gegründete NeraCare entwickelt und vertreibt unter dem Namen MelaGenix® einen patentierten molekulardiagnostischen Test zur präzisen Vorhersage des Krankheitsverlaufs bei Patienten mit schwarzem Hautkrebs. Vereinfacht gesagt hilft NeraCare für den jeweiligen Patienten die für ihn beste Therapieform zu finden. Bisher ist es nicht möglich, nach einem operativen Eingriff die endgültig geheilten Patienten von den nicht geheilten zu unterscheiden, bei denen noch aktive bösartige Krebszellen verblieben sind. Es ist ganz entscheidend, ob ein Hautkrebspatient einen Rückfall erleiden wird. Die Entwicklungen von NeraCare auf dem Gebiet der Präzisionsmedizin sind sozusagen wegweisend und wir sind davon überzeugt, dass sich dieses Investment für unsere Anleger bezahlt macht.

Wie die MIG-Fonds bei ihren Investments auch auf Nachhaltigkeit achten, lesen Sie auf Seite 3