Deutscher Hotelinvestmentmarkt nicht zu stoppen

Andreas Erben

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt ist laut Angaben von Colliers International nicht zu stoppen und kennt weiterhin nur eine Richtung. Mit einem Transaktionsvolumen von gut 2,1 Milliarden Euro konnte das bereits rekordverdächtige Ergebnis aus dem Vorjahr um 40 Prozent übertroffen werden.

(fw/rm) Andreas Erben, Geschäftsführer von Colliers International Hotel: „Während im ersten Quartal Paketverkäufe kaum eine Rolle spielten, war im zweiten Quartal ein deutlicher Aufwärtstrend zu verspüren. Zum Halbjahr machten Portfolioverkäufe knapp die Hälfte (49 Prozent) des Transaktionsvolumens aus. Das Wiedererstarken der Portfoliotransaktionen im zweiten Quartal ist vor allem auf den Weiterverkauf eines Teils des Interhotelportfolios zurückzuführen. Für knapp 700 Millionen Euro veräußerte das Konsortium aus Brookfield und Starwood Capital neun ehemalige Interhotels an FDM Management.“ Einzelne Hotels wechselten für knapp 1,06 Milliarden Euro (51 Prozent am Transaktionsvolumen) den Eigentümer. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen leichten Rückgang um 2 Prozentpunkte.

Nationale Investoren aktiv am Markt

Trotz einer Einbuße von 5 Prozentpunkten zum Vorjahr zeigten sich nationale Investoren auch zum Halbjahr 2016 solvent. Mit gut 1,11 Milliarden Euro zeichneten diese für 53 Prozent am Transaktionsvolumen verantwortlich. Auch auf Verkäuferseite hatten Investoren mit Sitz in Deutschland die Nase vorne. Sie trennten sich von Hotelobjekten im Wert von rund 1,20 Milliarden Euro (57 Prozent).

4-Sterne-Hotels stehen in der Investorengunst

Wie bereits im Vorjahr waren 4-Sterne-Hotels besonders beliebt bei Investoren. Mit rund 1,14 Milliarden Euro am Transaktionsvolumen konnten sich diese mit deutlichem Abstand den ersten Platz sichern. Zum Vergleichszeitraum des Jahres 2015 bedeutet dies einen Anstieg um knapp 20 Prozentpunkte. Dahinter reihten sich, wie auch schon im Vorjahr, die 3-Sterne-Hotels ein. Sie erreichten ein Transaktionsvolumen von gut 570 Millionen Euro und trugen somit 27 Prozent zum Gesamtvolumen bei. Hotels der 5-Sterne-Kateorie konnten mit knapp 270 Millionen Euro einen Platz gut machen und verwiesen die Hotels der 2-Sterne-Kategorie auf den vierten Platz. Diese kamen mit rund 82 Millionen lediglich auf 4 Prozent am Transaktionsvolumen. 1-Sterne-Hotels erreichten im ersten Halbjahr 24 Millionen Euro. Der größere Teil der Transaktionen wurde wie auch im Jahr zuvor in den sieben wichtigsten Hotelstandorten Deutschlands – Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart – getätigt. Gut 1,13 Milliarden Euro oder 54 Prozent am Transaktionsvolumen wurden hier generiert. Die Nebenlagen profitierten hauptsächlich von den Paketverkäufen und erreichten mit rund 960 Millionen Euro ein Plus von 6 Prozentpunkten.

Corporates und Eigennutzer aktivste Käuferbranche

Nach dem knappen zweiten Rang im Vorjahr zeigten sich Corporates und Eigennutzer in diesem Jahr als aktivste Käufergruppe. Sie erwarben Hotelimmobilien im Wert von gut 900 Millionen Euro. Mit deutlichem Abstand folgten offene Immobilienfonds und Immobilienspezialfonds, die Investments in Höhe von gut 475 Millionen Euro tätigten. Vermögensverwalter folgten mit einem Volumen von gut 180 Millionen Euro. Auf Verkäuferseite erwiesen sich Opportunity Fonds und Private Equity Fonds als tätigste Gruppe. Sie trennten sich von Hotelobjekten mit einem Gesamtvolumen von 740 Millionen Euro (35 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr konnten sie damit ihren Anteil am Transaktionsvolumen um 24 Prozentpunkte steigern. Projektentwickler und Bauträger rangierten auch in diesem Jahr an zweiter Stelle. Mit 590 Millionen Euro kamen diese auf 28 Prozent am Transaktionsvolumen. Offenen Immobilienfonds und Immobilienspezialfonds erreichten 255 Millionen Euro (12 Prozent).

Ausblick: Vorjahresergebnis kann sicher gehalten werden

„Nach dem gut verlaufenen ersten Halbjahr 2016 ist davon auszugehen, dass sich diese Tendenz auch im zweiten Halbjahr weiter fortsetzt und der Rekordwert von 4,5 Milliarden Euro zum Jahresende gehalten werden kann. Die Nachfrage nach Hotelimmobilien ist weiterhin auf einem hohen Niveau. Allerdings steht dem ein immer knapper werdendes Produktangebot gegenüber, was die Renditen weiter stark unter Druck setzt“, so Erben abschließend. www.colliers.de