Deutsche zu sorglos bei Mobile Banking

Viele Menschen sind nachlässig beim Mobile Banking / Foto: © alfa27 - stock.adobe.com

Gerade die junge Generation scheint immer mehr das Gefühl für die Sensibilität von Daten zu verlieren: Mehr als jeder Zweite unter 35 Jahren erledigt Bankgeschäfte auch mal schnell, wenn er im Supermarkt in der Kassenschlange steht – und vielen ist es egal, wer einem dabei möglicherweise zuschaut.

Der Gang zur Bankfiliale ist für immer mehr Menschen unbekannt: Lediglich jeder Achte erledigt seine Bankgeschäfte ausschließlich offline. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen den Generationen: Selbst in der Gruppe der über 65-jährigen liegt der Anteil der Personen, die Online-Banking nutzen, bei 85 %. Konnte man früher nur am PC oder am Laptop online gehen, hat so gut wie jeder per Smartphone oder Tablet überall dort Zugriff auf das Internet, wo man entsprechenden Empfang hat. Praktisch, wenn einem gerade in der Fußgängerzone einfällt, dass man ja noch eine Rechnung überweisen müssen. Doch genau hier liegen Gefahren: Nicht jeder sollte sensible Daten mitbekommen. Gerade die Digital Natives machen sich über diese Risiken aber deutlich zu wenig Gedanken, wie die aktuelle Postbank Digitalstudie zeigt, für die 3.100 Bundesbürger repräsentativ befragt wurden.

Zwischen Bequemlichkeit und Fahrlässigkeit ist es nur ein kleiner Schritt

Die immer bequemere Möglichkeit, Bankgeschäfte quasi nebenbei zu erledigen, verführt viele Bankkunden zu Fahrlässigkeit. So nutzt etwa jeder Zweite aus Bequemlichkeit Funktionen wie Autovervollständigung zur Anmeldung beim Online-Banking oder anderen digitalen Finanzanwendungen wie paydirekt oder PayPal, wobei die unter 35-jährigen hier einen leicht höheren Anteil haben. „Automatische Vervollständigungsfunktionen für Online-Anmeldedaten sind mit Vorsicht zu genießen”, erklärt Thomas Mangel, Chief Digital Officer von der Postbank. „Das ist zwar praktisch, verführt aber zu einem sorglosen Umgang mit den besonders sensiblen Finanzdaten.” Dem Experten zufolge sollten allenfalls spezielle Lösungen verwendet werden, für die ein Masterpasswort oder der persönliche Fingerabdruck des Nutzers notwendig ist. “Von einfachen Browservervollständigungen raten wir, vor allem wenn es um Anmeldedaten für Finanzservices geht, ab”, so Mangel weiter.

Die „Bankfiliale in der Hosentasche“ birgt aber auch noch andere Gefahren der Nachlässigkeit. So werden immer öfter Bankgeschäfte im Beisein fremder erledigt: 36 % der Digital Natives gaben an, Online-Finanzgeschäfte in aller Öffentlichkeit zu erledigen, beispielsweise in der Bahn oder in der Schlange im Supermarkt. Unter allen Befragten sind es 20 %, die so nachlässig mit ihren sensiblen Bankdaten umgehen. Knapp ein Drittel der Befragten tippt sensible Bankdaten auch dann ein, wenn Personen außerhalb der eigenen Familie um ihn herumstehen, bei den Digital Natives sind es sogar 56 %. Vielleicht nicht so extrem riskant, aber dennoch nicht sinnvoll ist es, seine Bankgeschäfte am Arbeitsplatz zu erledigen. Trotzdem machen dies 27 % aller Befragten und bei den Digital Natives sogar 47%. „Die Digital Natives sind es gewohnt, für nützliche Services persönliche Daten preiszugeben, und werfen Sicherheitsbedenken scheinbar besonders schnell über Bord”, so Thomas Mangel. „Vielen fehlt es inzwischen an Bewusstsein für ihre wirklich sensiblen Daten, die vor jeglichem Zugriff zu schützen sind.”

Mobiles Banking auf dem Vormarsch

Die Studie unterstreicht auch, dass mobiles Banking immer mehr auf dem Vormarsch ist. So nutzen 47 % der Deutschen eine App ihrer Bank, weitere 7 % eine Lösung eines anderen Anbieters. Neben Online-Banking-Apps etablieren sich immer mehr Anwendungen zum direkten Geldtransfer, insbesondere an Privatpersonen: Fast jeder dritte Bundesbürger nutzt paydirekt, Google Wallet und Co., um Schulden im privaten Umfeld zu begleichen. „Immer mehr Menschen erledigen ihre Finanzgeschäfte ‚mal eben zwischendurch‘ von unterwegs, so wie Online-Shoppen oder Chatten mit Freunden”, so Thomas Mangel. (ahu)

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