Deutsche Wohnen will Signal setzen

Die Deutsche Wohnen hat zum Thema Mieterhöhungen eine Selbstverpflichtung abgebeben / Foto: © Wolfilser - stock.adobe.com

Wohl kaum ein deutsches Unternehmen stand in den letzten Wochen und Monaten so oft in den Negativschlagzeilen wie die Deutsche Wohnen. Nun geht das Unternehmen auf die Kritik ein und hat eine freiwillige Selbstverpflichtung abgegeben, mit der sie dazu beitragen will, die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen.

Es ist das sozialpolitische Thema der aktuellen Zeit: Hohe Mieten in den Großstädten. Im Kreuzfeuer der Kritik stehen Wohnungsunternehmen wie die Deutsche Wohnen, den vorgeworfen wird, auf Kosten der armen Mieter satte Gewinne zu erwirtschaften. Die Deutsche Wohnen will nun ihrerseits einen Teil dazu beitragen, die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen und verpflichtet sich zu folgenden drei Maßnahmen:

  • die Bruttowarmmiete nach Modernisierungen nur so zu erhöhen, dass sie maximal 30 % des Nettoeinkommens eines Haushaltes beträgt;
  • künftige Mieterhöhungen nach Mietspiegel so zu begrenzen, dass ein Haushalt maximal 30 % seines Nettoeinkommens für die Nettokaltmiete aufwenden muss – selbst wenn der Mietspiegel weitere Erhöhungen erlauben würde;
  • jede vierte neu zu vermietende Wohnung an Mieter zu vergeben, die einen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben.

Diese Selbstverpflichtung tritt am 1. Juli in Kraft und gilt für fünf Jahre. Die Regelungen beziehen sich ausschließlich auf künftige Mieterhöhungsverlangen, gelten also nicht rückwirkend und haben keinen Einfluss auf bestehende Miethöhen. In Zukunft können bei Mieterhöhungsverlangen die Mieter der Deutsche Wohnen einen Härtefall anzeigen und bei Vorlage der entsprechenden Einkommensnachweise wird die Mieterhöhung entsprechend der Regelung begrenzt. Zudem verpflichtet sich das Unternehmen dazu, ihr Engagement in soziale und gemeinnützige Projekte zu verdoppeln und somit über 6 Mio. Euro jährlich dafür bereit zu stellen.

„Mit unserer freiwilligen Selbstverpflichtung setzen wir ein Signal. Eine Wohnung ist und bleibt ein besonderes Gut. Wir wollen die Situation auf dem deutschen Mietmarkt verbessern und werden die Einkommens- und Lebensverhältnisse unserer Mieter künftig stärker berücksichtigen. Die Mieter, die wirklich Unterstützung benötigen, müssen im Mittelpunkt der Konzepte zur Mietenregulierung stehen. Pauschale und sehr weitreichende Eckpunkte, wie sie der Berliner Senat Mitte Juni vorgelegt hat, sind langfristig völlig kontraproduktiv. Das vollständige Einfrieren der Mieten würde dem Berliner Immobilienmarkt für Neubau und notwendige Bestandsinvestitionen die Luft abdrücken – denn Mietendeckel ist gleich Investitionsdeckel“, erläutert Michael Zahn, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Wohnen SE.