Deutsche Bank: Gewinne in Q2 2016

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Wesentliche Entwicklungen: Um 20 Prozent niedrigere Erträge spiegeln schwieriges Marktumfeld und Umsetzung strategischer Entscheidungen wider. Erträge – ohne Hua Xia Bank und NCOU sind um 12 Prozent gesunken.

(fw/rm) Die Kosten liegen um 14 Prozent niedriger durch geringere Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten und für Vergütung. Das Vorsteuerergebnis ist um 67 Prozent auf 408 Millionen Euro gesunken, nach Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen von 207 Millionen Euro und für Rechtsstreitigkeiten von 120 Millionen Euro sowie Wertberichtigungen auf den Geschäfts- und Firmenwert von 285 Millionen Euro.

Finanzstärke erhalten

Harte Kernkapitalquote (Vollumsetzung) von 10,8 Prozent wird sich durch den für das zweite Halbjahr erwarteten Verkauf der Hua Xia Bank-Beteiligung um rund 40 Basispunkte verbessern. Die Liquiditätsreserve liegt bei rund rund 220 Milliarden Euro. Kredit- und Marktrisiken sind auf sehr niedrigem Niveau.

Deutliche Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie 2020

Erste Phase der Restrukturierung in Deutschland umgesetzt, das betrifft rund 3.000 Stellen. Die Gründung einer eigenständigen Dachgesellschaft für das US-Geschäft eingeleitet. Weiterer Abbau von Risiken in der Abwicklungseinheit NCOU sind vorhanden. Vorbereitungen zur operativen Trennung der Postbank gilt als abgeschlossen. Weitere Investitionen in Infrastruktur und Kontrollsysteme geplant.

Alle Geschäftsbereiche bleiben profitabel

Im Kapitalmarktgeschäft: Zins- und Devisengeschäft sind mit starkem Vorjahresquartal vergleichbar. Deutsche Bank erwartet die Nummer 4 im Anleihehandel zu bleiben. Zum Corporate & Investment Banking (CIB) meldet die Deutsche Bank die Nummer 2 bei Anleihe-Emissionen in Europa zu sein; Erträge in der Transaktionsbank sind stabil. Das Geschäft mit Privat-, Vermögens- und Firmenkunden (PWCC) hat 2.000 neue Firmenkunden in Deutschland und über 10.000 Neukunden bei Privat- und Firmenkunden (PCC) International sowie starkes Konsumentenfinanzierungsgeschäft im Jahresvergleich erreicht. Deutsche Asset Management ist weiterhin gut und profitabel in einem hochrentablen Geschäftsfeld.

John Cryan, Vorstandsvorsitzender, sagt:

„Der anhaltende Umbau der Bank schlägt sich in unseren Ergebnissen nieder. Wir sind aber zufrieden mit unseren Fortschritten. Wir haben weiter Risiken in unserer Bilanz abgebaut, in unsere internen Abläufe investiert und unsere Infrastruktur modernisiert”. Er fügte hinzu: „Sollte das derzeit schwache wirtschaftliche Umfeld anhalten, müssen wir bei Geschwindigkeit und Intensität unseres Umbaus noch ehrgeiziger werden.“

Kommentar

Die Erträge verringerten sich im zweiten Quartal 2016 um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 7,4 Milliarden Euro. Ein schwieriges Marktumfeld, makroökonomische Unsicherheiten aufgrund des EU-Referendums in Großbritannien und das anhaltend niedrige Zinsniveau in Europa belasten die Erträge ebenso wie strategische Entscheidungen, die die Bank umgesetzt hat. Diese Faktoren beeinflussten vor allem die Erträge in den am stärksten marktsensitiven Geschäftsbereichen wie dem Kapitalmarktgeschäft (Global Markets), die Unternehmensfinanzierung (Corporate Finance) und die Vermögensverwaltung (Deutsche Asset Management). Die Erträge in der Transaktionsbank blieben im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen stabil, während die Erträge im Geschäft mit Privat-, Vermögens- und Firmenkunden (PW&CC) um 11 Prozent zurückgingen. Letzteres war auf das niedrige Zinsniveau und auf schwierige Bedingungen bei Anlageprodukten zurückzuführen. Zudem fielen die Erträge auch deshalb geringer aus, weil sich die im Vorjahresquartal verzeichneten Gewinne aus unserer Beteiligung an der Hua Xia Bank von rund 140 Millionen Euro nicht wiederholten. Die Erträge in der Abwicklungseinheit NCOU (Non-Core Operations Unit) sanken um 0,6 Milliarden Euro, hauptsächlich aufgrund der Maßnahmen zum Risikoabbau. Bereinigt um die Ertragseffekte in der Abwicklungseinheit NCOU und aus der Beteiligung an der Hua Xia Bank gingen die Erträge der Geschäftsbereiche um 12 Prozent zurück. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich im zweiten Quartal 2016 auf 259 Millionen Euro und lag damit um 72 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Grund waren höhere Wertberichtigungen in der Schiffsfinanzierung wie auch im Metall- und Bergbausektor. Die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Dies lag vor allem daran, dass die Kosten für Rechtsstreitigkeiten um 1,1 Milliarden Euro niedriger ausfielen. Restrukturierungskosten von 207 Millionen Euro und eine Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert von 285 Millionen Euro wurden so mehr als ausgeglichen. Die bereinigten Kosten sanken im gleichen Zeitraum um 7 Prozent. Geringere Aufwendungen für Vergütung und Verkäufe aus der Abwicklungseinheit NCOU konnten höhere Investitionen in die technische Infrastruktur mehr als ausgleichen. 2Q2016_DeutscheBank_Tabellewww.db.com/de