Der Schweizer Immobilienmarkt hat viele Facetten

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Laut dem Schweizer Bundesamt für Statistik stiegen die Bauausgaben im vergangenen Jahr im „Land der Superlativen“ um nominal 3,1 %. Damit konnten 50.000 Wohnungen gebaut werden.

Dies reicht aber nicht – insbesondere aufgrund des starken Zuzugs aus dem Ausland. Der Schweizer Immobilienmarkt bietet somit auch für Investoren gute Voraussetzungen.

„In 90 Jahren vom Armenhaus Europas zum Weltkrösus“, schreibt die Badische Zeitung in einem aktuellen Beitrag, in dem es um die Frage geht, worauf der Reichtum der Schweiz wirklich beruht. Denn dass die Schweiz inzwischen ein Land der Superlativen ist, daran besteht kein Zweifel mehr. So zählen nach einer Studie des Londoner Legatus Instituts „die Bewohner der Schweiz zu den reichsten, klügsten, gesündesten und freiesten Menschen der Welt“. Und nach dem „Gobal Competitiveness Report“, der die Wettbewerbsfähigkeit von 140 Nationen misst, steht die Schweiz erneut auf Platz 1 – zum 7. Mal in Folge. Doch nicht nur in Sachen Wettbewerbsfähigkeit und dem mit 567.100 Dollar je Einwohner (Global Wealth Report der Credit Suisse) weltweit höchsten Vermögen nimmt die Schweiz einen Spitzenplatz ein. Die Schweizer wurden von Forschern im „World Happiness Report 2015“ auch noch zum glücklichsten Volk der Welt gekürt. Auf den folgenden Plätzen finden sich Island, Dänemark, Norwegen und Kanada. Deutschland findet man immerhin auf Platz 26, gleich vor Frankreich. Bei dem Bericht der New Yorker Columbia-Universität wurde dabei berücksichtigt, dass nicht Geld alleine glücklich macht, „sondern auch Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und Gesundheit“.

Starker Zuwachs bedingt hohe Nachfrage.

Diese „Anziehungskraft“ sorgt seit Jahren dafür, dass es immer mehr Menschen in die Schweiz zieht. Seit 2007 jedes Jahr um mehr als ein Prozent der Gesamtbevölkerung (Ende 2014 rund 8,2 Millionen Menschen). Das Bundesamt für Statistik geht dabei davon aus, dass spätestens im Jahre 2045 die 10-Millionen-Grenze überschritten sein wird. Dies würde einer Bevölkerungssteigerung von 0,7 % pro Jahr entsprechen. Dass es die exportorientierte Schweiz geschafft hat, den „Frankenschock“ zum Beginn des Jahres derart schnell auszugleichen, spricht für sie. Trotz des starken Franken dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr nach Ansicht der Konjunkturforschungsstelle (Kof) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich um 0,9 % steigen. Auch für 2016 und 2017 sehen die Forscher positive Entwicklungen. Sie meinen, das BIP könnte im kommenden Jahr um 1,4 % und in 2017 gar um 1,8 % wachsen. Getragen würde dieses Wachstum insbesondere vom Konsum und einem starken Export, so das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Interessant ist dabei die Verteilung der Konsumausgaben auf die Bürger der Schweiz: So sind es nach Berechnungen von Credit Suisse gerade die Neubürger, die in den letzten sechs Jahren mit einem Viertel am Gesamtkonsum beigetragen und somit als Wachstumstreiber der Wirtschaft eingestuft werden können. Laut Seco fließt dabei der Bärenanteil dieser Ausgaben in den Bereich Gesundheit – und eben auch Wohnen.

Immobiliennachfrage ungebremst.

Gleich zwei Aussagen der renommierten Zürcher Zeitung sind dabei wichtig: Danach trägt das Immobiliensegment mit einem Fünftel an der gesamten Wertschöpfung der Schweiz bei. Und in dem Beitrag „Am Betongold Schweiz führt kein Weg vorbei“ zeigt sie auf, wie attraktiv Immobilienanlagen vor dem Hintergrund von Niedrigstzinsen auch in der Schweiz sind. Bereits heute halten nach Ausführungen von Credit Suisse Schweizer Pensionskassen rund ein Fünftel ihres Portfolios in Immobilien. Tendenz steigend. Aber auch Privatinvestoren legen sich zunehmend Immobilien zu. Die Preise für Immobilien liegen dabei deutlich höher als z. B. in Deutschland. Das betrifft auch die Mieten. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Einkommen in der Schweiz ebenfalls deutlich über denen der Nachbarländer liegen und die Sozialabgaben und Steuern erkennbar niedriger sind.

Gleich vier Gründe sprechen für den Erwerb von Immobilien.

Die Renditedifferenzen zwischen Immobilienanlagen und sonstigen Anlagen; die Angst vor Negativzinsen, die immer mehr Investoren in die Immobilie treibt; das rekordverdächtige Finanzierungsniveau; und schließlich ein Effekt, den man Home Bias nennt, die Angst vor starken Wechselkursrisiken, denen Schweizer Investoren gerade durch Immobilienerwerb entgegenwirken. Gallus Immobilien Konzepte hat sich dabei mit Schweizer Immobilienunternehmen im Rahmen von Joint Ventures den Zugang zu attraktiven Projekten gesichert. Der Abverkauf erfolgt über Globalabnehmer. (jr)

finanzwelt Special 06/2015 | Sachwertinvestments und Immobilien