Der Markt transformiert sich – wie auch viele Immobilien

Steigende Mieten und längere Mietverträge

Weil immer seltener Top-Objekte verfügbar sind, kaufen internationale Großinvestoren ganze Unternehmen mitsamt ihrem Bestand auf. Dies hängt auch mit dem steigenden Anlagedruck und dem Bestreben zusammen, einen Fußabdruck in Deutschland zu hinterlassen. Dass der Markt weiterhin heiß bleibt, machen auch andere Daten der Mitgliedsunternehmen der INIATIVE UNTERNEHMENSIMMOBILIEN deutlich, die zeigen, dass die Flächenkontingente der Anbieter sehr gut ausgelastet sind. Besonders begehrt sind innerstädtisch gelegene Flächen in Multi-Tenant-Objekte. Aufgrund der steigenden Nachfrage und dem nur begrenzten Angebote befinden sich auch die Mieten weiter auf dem Weg nach oben. Um sich vor zu hohen Mietbelastungen zu schützen, sind die Mieter auch an immer längeren Mietverträgen interessiert.

Privatinvestoren drängen auf den Markt

Auch bezüglich der Investorengruppen ändert sich das Marktumfeld deutlich: So sind hier immer mehr private Investoren tätig, entweder als Einzelpersonen oder durch Family Offices. So verkauften Privatinvestoren Gewerbeimmobilien mit einem Gesamtvolumen von ca. 424 Mio. Euro und kauften Objekte für ca. 391 Mio. Euro. Damit machten Sie jeweils gut die Hälfte des Gesamtvolumens am Markt aus, deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt. Den zweit größten Anteil am Gesamtvolumen hatten Asset- und Fondsmanager, auf die jedoch ein deutlich geringerer Teil der Käufe entfiel. Banken, Versicherungen und Leasinggesellschaften führen auf dem Markt für Unternehmensimmobilien weiterhin lediglich ein Schattendasein.

Gehen die Renditen bald wieder hoch?

Laut den Autoren der Studie deuten die aktuellen Marktentwicklungen darauf hin, dass die Renditen die Talsohle durchschritten haben können. So konnte in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres bereits ein Abflachen der Talfahrt bei den Spitzenrenditen beobachtet werden. Im ersten Halbjahr dieses Jahr ist der Renditerückgang dann fast vollständig zum Erliegen gekommen. Lediglich bei den Spitzenrenditen von Transformationsimmobilien war ein erneuter Rückgang zu beobachten. Bei diesen lag die Bruttoanfangsrendite bei 4,4 %. Die Durchschnittsrendite verharrte erstmals seit 2014 auf dem Niveau des vorherigen Halbjahres und damit bei 6 %. Während bei vielen Objektkategorien die Renditen auf dem gleichen Niveau wie im vorherigen Halbjahr verblieben, war bei Gewerbeparks und Produktionsimmobilien sogar ein leichter Anstieg der Spitzenrenditen feststellbar: Investoren konnten für Gewerbeparks Renditen bis zu 6,2 % erzielen, für Produktionsimmobilien immerhin 5,2 %. Grund für die steigenden Renditen ist der Mangel an Investmentgelegenheiten: So müssen die Investoren zunehmend auf risikoreichere Objekte zurückgreifen, die nicht mehr unbedingt Grade-A-Kriterien entsprechen, aber teilweise zu günstigeren Preise zu erwerben sind.

Wer am meisten Fläche anmietet und wie viel neue Fläche hinzukommt, lesen Sie auf Seite 3