“Der Austausch ist wichtiger denn je”

Frank Schrills, Geschäftsführender Präsident des BiPRO / Foto: © BiPRO

Wie bei vielen anderen Veranstaltungen, so lag auch bei den Düsseldorfer Maklergesprächen der thematische Schwerpunkt auf der Digitalisierung. In diesem Jahr war nicht nur die Zahl der Teilnehmer, sondern auch der programmatische Ablauf anders als im Vorjahr.

Sowohl Makler als auch Versicherungsunternehmen stehen durch den digitalen Wandel vor großen Herausforderungen. Deshalb ist es für beide Seiten wichtig, miteinander im Austausch zu stehen, denn insbesondere bei der digitalen Versorgung der Makler mit strukturierten Daten und Dokumenten seitens der Versicherer besteht noch Verbesserungsbedarf. So ist es vor allem wichtig, dass den Maklern nicht nur Rumpfdaten, sondern insbesondere tarifrelevante Attribute eines Vertrages in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden. Da dieser nur eine von mehreren Punkten ist, bei denen momentan noch Handlungsbedarf besteht, waren die „Düsseldorfer Maklergespräche“ von großer Bedeutung für eine klare Formulierung von Bedürfnissen an die Versicherer. Zu der Veranstaltung, die am 28. und 29. Januar zum mittlerweile zweiten Mal stattfand, kamen 160 Teilnehmer und damit 40 mehr als bei der Premiere im vergangenen Jahr. Den Wünschen der Teilnehmer folgende wurde die Zahl der Vorträge etwas reduziert, stattdessen konnte sich in den Werkstätten noch mehr mit den Themen „Datenprozesse & Co.“ und besonders dem Schwerpunktthema „Gewerbe und Industrie“ gewidmet werden. Zudem gab es in diesem Jahr zusätzlich „Entscheidergespräche“, bei denen Makler mit hochrangigen Vertretern der Versicherer und Bedürfnisse aus dem alltäglichen Geschäft noch klarer darlegen konnten.

Digitale Gefahren als wichtiges Thema

Die Digitalisierung hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen Versicherer und Makler, sondern birgt auch ein neues Gefahrenpotenzial, Stichwort „Cybergefahr“. So haben in den vergangenen Jahren Angriffe wie bspw. Phishing oder Erpresser-Mails und die damit entstandenen betriebswirtschaftlichen Probleme zugenommen. An dieser Front gibt es, künftig verstärkt an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten und dadurch größeren Schäden Einhalt zu gebieten. Da der Versicherungsmarkt bei diesem Thema jedoch noch viel Entwicklungsbedarf hat, ist hier zudem noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Mit den gewonnenen Kompetenzen können den Kunden dann gewinnbringende Angebote im Bereich der Cybersecurity angeboten werden.

„Wir sind ungemein erfreut darüber, dass die Düsseldorfer Maklergespräche wieder stattgefunden haben“, so BVK-Vizepräsident Andreas Vollmer. „Denn sie bieten ein sehr gutes Forum zum Austausch über die aktuellen Entwicklungen des Maklermarktes. Ein ernstes Problem der derzeitigen Entwicklung sind die immer noch weit verbreiteten Dateninseln und die immer noch unzureichende Ausgestaltung der Schnittstellen, die insgesamt dem Versicherungsvertrieb das Leben erschwert und einheitlichen Lösungen wünschenswert macht. Der jetzt immer noch bestehende Flickenteppich ist ein kontraproduktiver Zustand, der zwingend zu einheitlichen und marktgängigen Lösungen führen sollte.“

„Heute ist es wichtiger denn je, dass Versicherer und Makler sich untereinander mehr als Partner sehen und den Austausch noch zusätzlich intensivieren. Besonders in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung darf nicht vergessen werden, dass die Gefahr für unsere Branche eher von Konzernen außerhalb der Branche, bzw. ausländischen Konzernen kommt. Jene könnten quasi über Nacht auf unseren Markt drängen und verfügen über exzellente digitale Prozesse und Analysemöglichkeiten. Hier gilt es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um etablierten Unternehmen der Assekuranz -vor dem Hintergrund der digitalen Transformation- z.B. über Standards und Normen Möglichkeiten zu geben, sich wettbewerbsfähig aufzustellen“, so Frank Schrills, Geschäftsführender Präsident des BiPRO.

Voraussichtlich im Januar 2021 werden die „Dritten Düsseldorfer Maklergespräche“ stattfinden. (ahu)

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