Deka: 9 Mrd. Euro Nettovertriebsleistung im 1. Halbjahr

Michael Rüdiger, Vorstandsvorsitzender der DekaBank

Die Deka-Gruppe erreichte mit einer Nettovertriebsleistung von rund 9 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2016 ungeachtet der Marktturbulenzen ein stabiles Wachstum. Sie konnte damit das hohe Wachstums­momentum aus dem Vergleichszeitraum 2015 (rund 10 Mrd. Euro) auf­rechterhalten.

(fw/rm) 5,1 Mrd. Euro (4,2 Mrd. Euro) der Nettovertriebsleistung kamen aus dem Geschäft mit institutionellen Kunden, 3,9 Mrd. Euro (5,8 Mrd. Euro) von Retailkunden. Durch die gute Absatzentwicklung wuchsen die Total Assets trotz marktbedingter Kursverluste auf rund 245 Mrd. Euro (Ende 2015: rund 240 Mrd. Euro). Das Wirtschaftliche Ergebnis der Deka-Gruppe lag bei rund 230 Mio. Euro und damit wie erwartet unter dem besonders guten Vergleichswert 2015 (rund 367 Mio. Euro). Im Halbjahresergebnis sind bereits die Bankenabgabe sowie der Beitrag zur Sicherungsreserve der Landes­banken und Girozentralen von insgesamt 46,4 Mio. Euro für das Gesamtjahr 2016 in voller Höhe enthalten. Die harte Kernkapitalquote (fully loaded) verbesserte sich auf 12,8 Prozent (Ende 2015: 12,4 Prozent). „Mit unserem Halbjahresergebnis sind wir angesichts des turbulenten Marktumfeldes, der fortwährenden Negativzinsen und der hohen Regulatorikkosten zufrieden. Wir setzen weiter auf Wachstum und haben daher auch im ersten Halbjahr weiter in das Wertpapierhaus investiert”, sagt Michael Rüdiger, Vorstandsvorsitzender der DekaBank. „Die Nettovertriebsleistung ist angesichts des unsicheren Kapitalmarktumfelds erfreulich. Gerade die Privatanleger haben sich sehr stressresistent gezeigt: Sie sind bei den Kurseinbrüchen zu Jahresbeginn nicht in Hektik verfallen, sind investiert geblieben und wurden dafür im August mit neuen Jahreshöchstständen belohnt. Das zarte Pflänzchen Wertpapierkultur in Deutschland ist offensichtlich robuster als manche befürchtet haben.“ Wesentliche Gründe für den Rückgang des Wirtschaftlichen Ergeb­nis­ses waren unter anderem Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf das Zinsergebnis und auf die Diskontierungszinsen für Pensions­verpflichtungen. Durch die Absenkung dieser Diskontierungszinsen entstanden versicherungsmathematische Verluste von rund 115 Mio. Euro, die im Wirtschaftlichen Ergebnis der Deka als Periodenergebnis erfasst werden, wohin­gegen sie in der IFRS-GuV nicht enthalten sind, da sie direkt über das Eigenkapital (Neubewertungsrücklage) gebucht sind. Weitere Gründe waren der Rückgang an den Aktienmärkten in den ersten Monaten, der das Provisionsergebnis beeinträchtigte, sowie eine erhöhte Risikovorsorge. Der Risikovorsorgebedarf hat sich gegenüber dem niedrigen Vorjahreswert von rund -21 Mio. Euro auf rund -90 Mio. Euro erhöht. Davon entfielen rund -74 Mio. Euro (rund -21 Mio. Euro) auf die Risikovorsorge im Kreditgeschäft. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf Zufüh­rungen zu Einzelwertberichtigungen im Geschäftsfeld Finanzierungen zurückzuführen. Die Risikovorsorge auf Wertpapiere belief sich auf rund -16 Mio. Euro (rund 1 Mio. Euro). Das Provisionsergebnis hatte mit rund 507 Mio. Euro erneut den größten Anteil an den Erträgen, auch wenn es unter dem Wert des ersten Halbjahres 2015 (rund 570 Mio. Euro) lag. Ursächlich dafür waren vor allem die starken Kursschwankungen an den Börsen, die sich spürbar auf die Total Assets und damit auch auf die bestandsbe­zogenen Provisionen im Wertpapierfonds-Geschäft auswirkten. Das Zinsergebnis nahm gegenüber dem Vorjahreswert (rund 108 Mio. Euro) erwartungsgemäß auf rund 75 Mio. Euro ab. Im Geschäftsfeld Kapitalmarkt konnte das hohe Momentum des Vorjahres fortgesetzt werden. Dies zeigt sich insbesondere im Finanzergebnis aus Handelsbuch-Beständen, das mit rund 189 Mio. Euro wieder den sehr guten Vorjahreswert (rund 189 Mio. Euro) erreichte. Insgesamt gingen durch diese Entwicklungen die Erträge (nach Risikovorsorge) der Deka-Gruppe von rund 843 Mio. Euro auf rund 713 Mio. Euro zurück. Die Aufwendungen lagen mit rund 483 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert (rund 477 Mio. Euro). Der Personalauf­wand erhöhte sich aufgrund eines Anstiegs der Mitarbeiterkapazitäten sowie tariflicher Gehaltsanpassungen auf rund 242 Mio. Euro (rund 235 Mio. Euro). Der Sachaufwand (ohne Banken­abgabe und Ab­schreibungen) lag mit rund 198 Mio. Euro über dem Halbjahreswert 2015 (173 Mio. Euro). Aufwandstreiber waren wie im Vorjahr die regu­latorischen Anforderungen.

Wichtige Kennzahlen (nach IFRS)
1. Halbjahr 2016 Mio. Euro
1. Halbjahr 2015 Mio. Euro
Veränderung in Prozent
Summe Erträge
712,7
843,1
-15,5
  Zinsergebnis
75,1
108,2
-30,6
  Risikovorsorge
-89,6
-20,6
(<-300)
  Provisionsergebnis
506,9
569,6
-11,0
  Finanzergebnis aus Handelsbuch-Beständen
189,3
188,8
0,3
Summe Aufwendungen
482,9
476,5
1,3
Wirtschaftliches Ergebnis
229,8
366,6
-37,3
Nettovertriebsleistung
9.018
9.979
-9,6

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