Dead Cat Bounce?

Die Deutschen sind so zufrieden wie seit 1990 nicht mehr

Ähnlich positiv ist auch das Stimmungsbild der Deutschen, wie mehrere aktuelle Umfragen eindrucksvoll belegen. Den Deutschen geht es so gut wie schon lange nicht mehr. Etwa drei Viertel sind sehr oder einigermaßen zufrieden, beurteilen ihre Lage als sehr gut oder eher gut und schauen optimistisch in die Zukunft. Lediglich 20 bis 25 Prozent sagen, dass sie unzufrieden sind, es ihnen nicht gut geht oder dass sie pessimistisch in die Zukunft schauen. Historisch einer der besten Werte. Die Deutschen sind eigentlich so zufrieden wie seit 1990 nicht mehr. Überraschenderweise schlagen sich diese Daten jedoch nicht in der allgemeinen Stimmung nieder. Denn während der eigene Wohlstand gewachsen ist, nimmt die Sorge um die Richtung zu, in die Deutschland, Europa und vielleicht sogar der ganze Erdball driften.

Denn der Blick auf die Welt gehört wohl zur deutschen DNA. Als führende Exportnation liegt darin auch das Erfolgsgeheimnis der deutschen Wirtschaft. Denn das Deutschland, das wir heute kennen, erwuchs einst aus 23 Monarchien und drei Republiken. Dabei ist es vor allem der deutsche Mittelstand, der den deutschen Wohlstand sichert und als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft gilt. Es handelt es sich um Firmen, die in ihrem Bereich Weltmarktführer sind. Davon soll es weltweit mehr als 2.700 dieser Hidden Champions geben. Fast die Hälfte stammt aus der deutschen Provinz. Pro 1.000 Mitarbeiter besitzen Hidden Champions fünfmal so viele Patente wie Konzerne und setzen 80 Prozent der Patente auch tatsächlich um. Bei Großunternehmen sind es häufig weniger als 20 Prozent.

Die Hidden Champions gehören in jedes Depot

Anleger sollten das bei der Zusammenstellung Ihrer Depots berücksichtigen. Unterhalb des Dax, finden sich an der Deutschen Börse Nischen-Aktien von mittleren und kleineren Unternehmen, die viele Investoren erst gar nicht anfassen, obwohl sie mit einem Top-Geschäftsmodell erfolgreich und kerngesund sind. Wegen ihres geringeren Börsenwerts sind sie häufig volatiler und reagieren direkter auf Unternehmensnachrichten. Dafür sind sie unabhängiger von der konjunkturellen und politischen Großwetterlage. Statt des allgemeinen Börsentrends zählen auf lange Sicht die Qualität von Management und Produkten. Zudem sind die zumeist kleineren Firmen flexibler und können schneller auf neue Anforderungen reagieren als große Konzerne.

Vielleicht ist die Angst der Anleger unbegründet

Es spricht derzeit also einiges dafür das die Angst der Börsianer vor der toten Katze unbegründet ist. Eine lebende Katze jedoch landet in der Regel auf ihren vier Pfoten. Denn Katzen beherrschen den sogenannten Umdrehreflex. Sie schaffen es, sich in der Luft so zu drehen, dass die Füße nach unten zeigen. Der Prozess dauert nur Bruchteile von Sekunden, und nach weniger als einem Meter Fallstrecke hat sich die Katze komplett gedreht. Danach stabilisiert sich die Position der Katze, sie streckt alle Viere von sich und segelt fast wie ein Flughörnchen zu Boden. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Katze so den Fall aus großer Höhe überlebt, ist demnach sehr hoch. Das Gleiche gilt übrigens auch für ein gut diversifiziertes Aktiendepot.

Kolumne von Markus Richert,
CFP® und Seniorberater Vermögensverwaltung bei der
Portfolio Concept Vermögensmanagement GmbH in Köln