DAX steigt in nächsten 3 Jahren auf 20.000 Punkte

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André Kunze

Betrachtet man die Erwartungen der Analysten für das Börsenjahr 2017 sind diese ungewohnt verhalten. So ergab sich bei der jährlichen Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) vor wenigen Tagen, dass die 24 befragten Banken dem Aktienmarkt in 2017 nicht allzu viel zutrauen.

Im Durchschnitt gehen die Bankanalysten zum Jahresende 2017 sowohl für den deutschen als auch für den amerikanischen Aktienmarkt von Indexständen aus, die nahezu exakt den aktuellen Kursniveaus entsprechen. Auf den ersten Blick lässt dies Aktien derzeit damit recht unattraktiv erscheinen. Betrachtet man die politischen und wirtschaftlichen Hürden, die auch in diesem Jahr wieder vor uns liegen, kann man die Magerkost, die Analysten derzeit vorhersagen, irgendwie nachvollziehen.

Gute Aktienkurse kommen schließlich ohne ein gutes wirtschaftliches Umfeld nicht aus. Und – zugegeben – da kann man durchaus skeptisch sein. Schließlich sind sie vorbei, die Zeiten, in denen positive demographische Rahmenbedingungen in den Industrieländern der Motor für Wachstum waren. Heute schrumpft und überaltert hier die Bevölkerung. Man hat zudem auch nicht das Gefühl, dass es uns an viel mangelt und wir vor lauter Mangel nun in den kollektiven Konsumrausch verfallen werden.

Ob die Schwellenländer mit zumeist wenig demokratischen Grundordnungen und eher einkommensschwachen Bürgern das alles abfedern, ist mehr als fraglich. Zu allem Übel sind auch die Zeiten vorbei, in denen durch zunehmende Neuverschuldung Wachstum künstlich erkauft werden konnte. Dafür sind die Schulden heute weltweit schlicht zu hoch. Vor diesem Hintergrund ist unser mittelfristiger Ausblick eigentlich auch recht düster.

Mit den fundamentalen Rahmendaten dieses Kapitalmarktumfelds hat unsere optimistische Einschätzung für Aktien in der Tat nichts zu tun. Was sind nun aber unsere Gründe, warum wir den Dax innerhalb der nächsten drei Jahre auf 20.000 Punkte steigen sehen?

1. Negative Nachrichten belasten die Märkte nicht mehr. Aufgrund der permanenten schlechten Nachrichten der letzten Jahre scheinen Anleger und Kapitalmärkte mittlerweile abgestumpft und resistent gegen weitere schlechte Nachrichten zu sein. Das vergangene Jahr hat hier vermutlich den Hebel umgestellt. Was haben die Börsen in 2016 schließlich nicht alles verdaut? Briten, die – so kommt es einem vor – gegen einen Verbleib in der EU gestimmt haben, ohne es wirklich zu wollen. Amerikaner, die – so heißt es – gegen das Establishment gestimmt haben und kurzerhand einen Präsidenten wählten, dass es einem trotz extrastarkem Festiger die kunstvoll geföhnten Haare zu Berge stehen lässt. Und Italiener, die – so kennen wir sie – zum 63. Mal seit 1945 eine Regierung vor die Tür setzen und damit zu verstehen geben, dass sie Umberto Tozzis „Ti amo“ für den Euro nun nicht mehr singen möchten. Während Nachrichten dieser Tragweite in den vergangenen Jahren an den Aktienmärkten stets zu blankem Entsetzen und deutlichen Kursrückgängen geführt haben, zucken die Börsen seit letztem Jahr in erhabener und stoischer Ruhe nur noch kurz mit den Achseln und lassen sich am Ende schlicht nicht beeindrucken.

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