DAX ist eindeutig die Benchmark

Lars Brandau, Geschäftsführer Deutscher Derivateverband / Foto: © Deutscher Derivateverband

Gegenwärtig wird das Geschehen an den Kapitalmärkten weitgehend von der Politik bestimmt. Zweifellos mangelt es auch nicht an Krisenherden. Neben dem möglichen Handelskrieg zwischen den Supermächten USA und China – mit der entsprechenden Rhetorik – kommt nun noch die wirtschaftliche Misere in der Türkei hinzu. Die Lira rutscht immer tiefer; die türkische Wirtschaft mit im Schlepptau. Und was macht der DAX? Die Anleger beobachten die Schaukelbörse; der Dax schwankt um die 12.500 Zähler. Es fehlen einfach weitere Impulse für die Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Dennoch keine Panik; die Mehrheit der Anleger in Deutschland setzt bei Index-Investments weiter auf die heimische Benchmark.

Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Trend-Umfrage, die der Deutsche Derivate Verband gemeinsam mit mehreren großen Finanzportalen durchführte. 60 Prozent sprachen sich hierbei für den deutschen Leitindex DAX aus. Wenngleich dieser Prozentsatz im Vergleich zur Umfrage in 2016 etwas rückläufig ist, so spricht er dennoch eine eindeutige Sprache. Die Wertentwicklung des DAX in den zurückliegenden Jahren war durchaus erfreulich. Auf den zweiten Platz kam in unserer Trend-Umfrage der Dow Jones Industrial Average. Wenngleich dem ältesten Leitindex zuletzt etwas die Luft ausging, so konnten sich Anleger mit US-Investments in der Vergangenheit durchaus glücklich schätzen. Die US-Wirtschaft boomt. Auf dem dritten Platz folgen dann M-DAX und/oder S-DAX mit 13,6 Prozent gefolgt vom EURO STOXX 50, für den sich 6,4 Prozent der insgesamt 2.106 Umfrageteilnehmer entscheiden. Auf dem letzten Platz landet der japanische Leitindex Nikkei 225 mit 4,6 Prozent.

Zu bedenken ist, dass diejenigen, die ausschließlich heimatverbunden investieren, eine breitere Streuung ihrer Geldanlage vernachlässigen. Hinzu kommt, dass der DAX immer weniger „deutsch“ ist.  Einer Untersuchung von EY zufolge liegt der Anteil der Auslandsinvestoren im DAX bei 54 Prozent.

Mit einer breiten Streuung über verschiedene Assetklassen und Regionen hinweg, sollten Privatanleger langfristig gut aufgestellt sein. Natürlich müssen sich Investoren darüber im Klaren sein, dass etwaige Abschwünge, rezessive Tendenzen oder ein mögliches Drehen an der Zinsschraube in 2019 immer auch spürbare Auswirkungen auf andere Märkte haben. Generell kann es aber auch künftig durchaus Sinn machen, über die eigenen Landesgrenzen zu schauen.

Kolumne von Lars Brandau,
Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband