Daumen hoch zu Down Under

2. Wie verliefen die Rekapitalisierungsbemühungen?

• Bereits Ende März 2017 begann die Suche nach neuen Gesellschaftern für Quintis mit dem Ziel der Rekapitalisierung, also frisches Eigenkapital (statt Darlehen).

• Aus dem Kreis verschiedener Interessenten wurde ein Konsortium gebildet, das Quintis in den Folgemonaten den branchenüblichen Prüfungen („Due Diligence“) unterzog.

• Quintis galt und gilt als sehr werthaltig, insbesondere dank der eigenen Sandelholz-Plantagen. Größere Ernteeinnahmen aus diesen Plantagen sind ab 2022 zu erwarten und damit auch der entscheidende Quantensprung zur finanziellen Unabhängigkeit.

• Bis zur Krise war Quintis gut mit liquiden Mitteln (und nicht in Anspruch genommenen Krediten) ausgestattet.

• Doch durch die Aussetzung des Börsenhandels und die damit ungeklärte Zukunft entfielen erstmals in ihrer Unternehmensgeschichte die budgetierten Einnahmen (Verkauf von Plantagen sowie Sandelholz-Rohstoff).

• Durch diese fehlenden Liquiditätszuflüsse wurde die (vom Grundsatz her sinnvolle) Unternehmensanleihe (USD 250 Mio., fällig 2022) für Quintis zur Belastung.

• Die Anleihegläubiger, mehrheitlich BlackRock, waren in das Konsortium für die Restrukturierung eingebunden und gewährten Quintis im Verlauf der Verhandlungen mehrfach Fristverlängerungen zur Bedienung der Anleihe.

• Nachdem die Due Diligence seitens des interessierten Konsortiums zufriedenstellend verlaufen war, wurde eine Absichtserklärung von allen Beteiligten unterschrieben. Noch im November 2017 war man sich vermeintlich handelseinig.

• Doch dann wollte eine der beteiligten Parteien nachverhandeln, was die anderen Beteiligten jedoch ablehnten. Bis Ende 2017 wurde nach einer Lösung gesucht, aber eine endgültige Einigung nicht gefunden.

3. Warum stand Quintis zeitweilig unter Voluntary Administration?

• Mitte Januar 2018 verlor dann der (neben der Unternehmensanleihe) zweitgrößte Gläubiger von Quintis die Geduld. Der (an der Rekapitalisierung nicht direkt beteiligte) Plantageninvestor Asia Pacific Investments DAC („API“) hatte eine Put-Option, seine 2014 erworbene Plantage zu einem Preis von AUD 37 Mio. zurückzugeben.

• Da Quintis diesen Betrag in dieser Phase nicht aufbringen konnte, entschloss sich die Unternehmensführung am 20. Januar 2018 für die Einleitung der Voluntary Administration (freiwillige Verwaltung unter Gläubigerschutz).

• Die von Quintis bestellten Administrators („Verwalter“) waren seit diesem Zeitpunkt zusammen mit dem Receiver verantwortlich, die Restrukturierung voranzutreiben. Der Receiver vertrat hierbei die Sicherungsinteressen der Anleihegläubiger, denen die wesentlichen Vermögenswerte von Quintis als Sicherheit übertragen worden waren.

• Dazu gehörten selbstverständlich nicht die Plantagen der JC-Gruppe und ihrer Anleger.

• Die Entwicklung dieses vielschichtigen, gesetzlich geordneten Verfahrens haben wir in unseren Mitteilungen detailreich dargestellt (siehe Links weiter unten)

•Anfänglich haben sich über 100 internationale Investoren als Interessierte an einer Beteiligung an Quintis beworben.

• Letztlich haben die Anleihegläubiger um BlackRock im Rahmen eines gerichtlich bestätigten sog. Deed of Company Arrangement den Zuschlag für die Übernahme und Fortführung des Geschäfts von Quintis erhalten. Während dieser Phase hatten sich die Anleihegläubiger naturgemäß intensiv und kritisch mit Quintis befasst und das Geschäft und dessen Aussichten schätzen gelernt. Zudem hatte das Management sich während dieser Krise das Vertrauen aller Beteiligten verdient und sein Fortführungskonzept hohe Zustimmung erfahren.

• Trotz des strikten Kostenmanagements während der Voluntary Administration genoss die Plantagenbewirtschaftung uneingeschränkte und höchste Priorität. Hiervon haben wir uns in dieser Phase auch selbst vor Ort überzeugen können.

Wie die Rekapitalisierung abgeschlossen wurde, lesen Sie auf Seite 3