Das Comeback von Gold bleibt keine Eintagsfliege

Hohe Spekulation als Malus

Analysten verweisen beim Blick auf die Preisentwicklung des Edelmetalls gerne auf den Realzins, also die Differenz zwischen den Kapitalmarktzins und der Inflationsrate. Der Realzins ist zuletzt gesunken, was Gold für Investoren attraktiver gemacht und zu einer starken Nachfrage nach börsengehandelten Gold-Fonds geführt hat. Auch die Spekulanten haben ihren Teil zum Höhenflug beigetragen. Laut CFTC-Statistik wurde bei Gold Anfang Juli die höchste Netto-Long-Position seit Januar 2018 registriert. Die Rohstoff-Experten der Commerzbank bezeichnen die starke Spekulation kurzfristig dann auch als ein „Hindernis für den weiteren Goldpreisanstieg“. Grundsätzlich rechnen sie „wegen der ultralockeren Geldpolitik vieler Zentralbanken und der zahlreichen (geo-)politischen Risiken“ aber ebenfalls mit einer Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme des Aufwärtstrends.

Goldminen für risikofreudige Anleger

Als spannende Alternative zu klassischen Gold-Investments haben sich zuletzt mal wieder Aktien der Goldminenbetreiber wie zum Beispiel Barrick Gold erwiesen. Wer sich hier engagiert, darf allerdings keine Angst vor starken Kursschwankungen haben, wie Knobloch erläutert: „Goldminenaktien stellen quasi einen Hebel auf den Goldpreis dar. Steigt der Preis, profitieren diese Aktien überproportional stark – fällt der Preis, büßen sie überproportional an Wert ein“. Statt auf einzelne Aktien zu setzen, bietet sich zur Reduzierung der Risiken auch der Kauf eines ETFs auf Goldminen-Indizes an.

Kolumne von Andreas Kern,
Gründer und CEO der wikifolio Financial Technologies AG