Das Allerwichtigste ist das Bauchgefühl

Malte Thies (o. li), Gordon Grundler (o. re.), Sascha Sommer (u. li.) und Simon Bergmann (u. re.), Fotos: © finanzwelt

Im finanzwelt-Roundtable diskutierten die Gesprächspartner Simon Bergmann von Wohnen & Leben, Mathe Thies, Geschäftsführer der One Group, Gordon Grundler, Mitglied des Vorstands der Primus Valor AG und Sascha Sommer Vorstand der BIT Treuhand AG unter anderem darüber, wie gute Immobilieninvestments von den weniger guten unterschieden werden können. Außerdem über  Marktmechanismen, gutes Assetmanagement und den Sinn und Unsinn der Kategorisierung von A-, B- und C-Städten.


  • Simon Bergmann – Chief Financial Officer (CFO) W&L Wohnen & Leben AG
  • Gordon Grundler – Vorstandsmitglied Primus Valor AG
  • Sascha Sommer – Vorstand BIT Treuhand AG
  • Malte Thies – Geschäftsführer One Group GmbH

 

finanzwelt: Wenn wir von Sachwertinvestment sprechen, meinen wir heutzutage meistens Immobilien. Warum?
Malte Thies: Die Immobilie ist nachgefragt, weil die Anleger etwas wollen, was sie verstehen. Hinzu kommt, dass sie auch den Markt, bzw. den Marktmechanismus verstehen wollen. Irgendwelche volatilen Investments in fernen Regionen sind nicht so nachvollziehbar wie Wohn-  oder Büroimmobilien.
Gordon Grundler: Es ist ja auch eine Frage, wie die Märkte generell kapitalisiert sind. Wenn man bedenkt, wieviel Geld zurzeit in Immobilien fließt, ist es völlig normal, dass Immobilienfonds die Sachwertwelt beherrschen. Wir haben weit, weit überproportionale Gelder von privaten und institutionellen Anlegern im Immobilienmarkt im Vergleich zu den paar Millionen, die wir hier bewegen.
Simon Bergmann: Die Anleger stellen fest, dass die Immobilien sicher sind und dass sie mit diesen Produkten Renditen erreichen, die komfortabel sind.
Sascha Sommer: Nach unserer Erfahrung machen Immobilieninvestitionen schon immer einen Großteil der Sachwertinvestments aus. Die Gründe dafür sind unter anderem auch, dass Immobilien als sicheres Investment wahrgenommen werden und jeder Anleger Immobilien in der ein oder anderen Form kennt und nutzt.
Thies: Man muss differenzieren, über welche Anleger wir sprechen. Der Privatanleger findet insbesondere Wohnimmobilien interessant, weil er das Grundbedürfnis ‚Wohnen‘ versteht – also die Notwendigkeit von Wohnraum erkennt. Die institutionellen Investoren, die auch nach Deutschland streben, sehen eher die Wirtschafts- und Standortfaktoren im Vordergrund. Deutschland und der Wohnimmobilienmarkt sind eben beide stabil.

finanzwelt: Richtig, Herr Thies, zurzeit steht Deutschland hoch im Kurs der Investoren. Welche Standortfaktoren machen denn den deutschen Immobilienmarkt für Investoren so interessant?
Thies: Deutschland bietet einen der stabilsten Immobilienmärkte der ganzen Welt. Und der Wohnimmobilienmarkt ist da noch einmal etwas Besonderes. Seit Jahrzehnten entwickelt er sich stetig, ohne starke Volatilitäten und unabhängig von den klassischen Finanzmärkten. Er bietet die klassischen Vorteile eines Sachwertinvestments. Die Institutionellen denken zumeist langfristig und sehen auch in den nächsten Jahren noch genügend Potenzial.
Grundler: Wir haben in Deutschland eine starke rechtliche sowie wirtschaftliche Sicherheit. Die Schwankungsbreite bei Wohnungspreisen und Mieten schmerzt zwar hier und da, ist aber im internationalen Vergleich noch extrem niedrig. Und wir haben in Deutschland auch einen sehr sozialen Markt. Der deutsche Immobilienmarkt ist nicht von großen Preissprüngen geprägt, sondern eher von sehr moderatem, langweiligem Basiswachstum. Aber einer der Hauptgründe ist auch, dass extrem viel Liquidität am Markt ist. Dadurch fließt viel Kapital in Sachwerte. Und das nicht nur in Deutschland.

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