Danske Invest reduziert Aktienbestand

Bo Bejstrup Christensen

Bo Bejstrup Christensen, Chefanalyst von Danske Invest, ist gegenüber der Weltwirtschaft im Allgemeinen positiv gestimmt. Am Horizont sieht er jedoch größere Risiken aufziehen und rät daher zu einer Reduzierung des Aktienexposures.

(fw/rm) Als sich das Unternehmen im Januar zu einer Erhöhung der Aktien-Gewichtung entschied, war die Nervosität spürbar. Die Angst vor einem chinesischen Kollaps, einer US-amerikanischen Rezession und einer europäischen Bankenkrise bestimmte die Schlagzeilen und schickte die meisten risikotragenden Vermögenswerte auf Talfahrt. Nur zwei bis drei Monate später sind diese Sorgen nicht komplett verschwunden, doch ist es still um sie geworden. Globale Aktien haben von ihrem Tiefpunkt etwa 10 Prozent zugelegt, die Öl- und Rohstoffpreise steigen und die Zinsen für Unternehmensanleihen sind merklich gefallen. Gilt ab jetzt grünes Licht für weitere große Anstiege? Die Antwort lautet: Nein, es gibt eher gelbes Licht, weshalb der Aktienbestand in Mischfonds reduziert wurde. Die chinesische Regierung kurbelte die Wirtschaft an und stabilisierte die Währung. Somit ist der Renminbi gegenüber dem US-Dollar geringfügig stärker geworden als noch zu Jahresbeginn. Der Immobilienmarkt hat im ersten Quartal des Jahres kräftig steigenden Verkaufszahlen und hohen Preisanstiegen seine Stärke bewiesen. Das scheint die Bauaktivitäten stabilisiert zu haben – und mit ihnen auch ausgewählte Rohstoffpreise. In den USA fiel die befürchtete Rezession aus. Der angeschlagene Industriesektor sorgte in den letzten beiden Monaten mit einem deutlich steigenden Geschäftsklima für positive Überraschungen. Der Arbeitsmarkt macht weiterhin Fortschritte, indem deutlich mehr Jobs geschaffen werden und die Löhne steigen. Trotzdem waren die Signale der FED deutlich zu vernehmen. Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch, weshalb die Zentralbank mit der Straffung der Geldpolitik sehr vorsichtig voranschreitet. Das ist zweifellos positiv für US-amerikanische Aktien und auch für Titel aus den Schwellenländern, die es traditionell schwer haben, wenn die US-Zinsen steigen. In Europa setzt sich das Wachstum trotz großer politischer Herausforderungen fort. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Geldpolitik massiv gelockert. Ölpreise sind gestiegen, da es vermehrte Anzeichen für einen deutlichen Rückgang bei der US-amerikanischen Ölproduktion gibt und die Hoffnung besteht, dass die OPEC ihre Produktion stabilisieren wird. Davon haben vor allem US-Unternehmensanleihen und die rohstoffreichen Schwellenländer profitiert. Im Hinblick auf die Weltwirtschaft zeigt sich Danske Invest optimistisch. Für die USA rechnet das Unternehmen weiter mit Wachstumserholung, da die negativen Auswirkungen einer starken Währung allmählich abklingen. Erwartet werden eine Erholung am Immobilienmarkt und ein stabiles, die Realwirtschaft förderndes Bankensystem erwartet. Aktuell beträgt das Wachstum schätzungsweise etwa 1,5 Prozent, was im Jahresverlauf auf mindestens 2,5 Prozent steigen soll. Auch wenn die Verkaufsaktivitäten am Immobilienmarkt längerfristig nicht im derzeitigen Tempo weitersteigen, so sind weitere Impulse im System vorhanden – unter anderem das rekordhohe Kreditwachstum, was eine nur  schlecht versteckte finanzpolitische Lockerung darstellt. Die Arbeitslosigkeit bleibt nach wie vor hoch, der Inflationsdruck ist sehr gering, weshalb die EZB ihre lockere Geldpolitik fortsetzen dürfte. Unternehmen und Verbraucher profitieren weiterhin von einem weltweiten Aufschwung. Deshalb gibt es noch Potenziale bei globalen Aktien. www.danskeinvest.de