Crowdinvesting – was ist das für ein neuer Trend?

Crowdinvesting interessant für Unternehmen

Für Unternehmen kann es sehr interessant sein, bankenunabhängiges Kapital zu haben und sie starten deshalb ein Crowdinvestment. Aus der Vielzahl der Unterstützer erhalten die Unternehmen Feedback aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Das kann sich spätestens in der Vermarktungsphase als sehr wertvoll erweisen. Die Crowd kann dann als Markenbotschafter fungieren und so eingebunden werden. Das erhöht im Idealfall die Unternehmensreichweite ganz enorm.

  • Mit Crowdinvestments können Unternehmen neue Kunden gewinnen und bestehende Kunden sowie eigene Mitarbeiter und Geschäftspartner enger an das Unternehmen binden. Es handelt sich also nicht nur um ein reines Finanzierungsinstrument, sondern gleichzeitig auch um ein Marketing- und Vertriebs-Tool.
  • Für Projektstarter ist es wichtig zu wissen, dass Crowdinvestments keine Selbstläufer sind. Es ist ein arbeitsintensiver Prozess erforderlich, der ein hohes Maß an Dialogbereitschaft und Offenheit erfordert, um die gewünschte Finanzierung zu erreichen. Sind die Kampagnen erfolgreich abgeschlossen, stehen die Projektstarter gegenüber der Crowd in einer Verpflichtung.

Und die Risiken?

Die Risiken, die ein Crowdinvestment für die Anleger mit sich bringt, können je nach Projekt und dessen Ausgestaltung sehr unterschiedlich sein. Bei einer Investition in ein Start-up ist das Ausfallrisiko in der Regel sehr hoch. Geht es um ein Investment in ein mittelständisches Unternehmen, Immobilien oder erneuerbare Energien, ist das Risiko tendenziell nicht so hoch. Doch das Risiko des Totalausfalls besteht auch hier. Darüber sollte sich jeder Crowdinvestor im Klaren sein.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die umfangreichen Prüfungen, die normalerweise vor einer Unternehmensbeteiligung stattfinden. Damit sollen die Erfolgsaussichten von Projekten, das Einhalten von Rechtsnormen und die Integrität der Beteiligten sichergestellt werden. Bei Crowdinvestments finden diese gründlichen Überprüfungen nicht statt, weil sich der Aufwand bei kleinen Investitionsbeträgen nicht lohnt. Die finanzierten Unternehmen wollen sich teilweise gar nicht in die Karten schauen lassen, denn die Informationen könnten auch dem Mitbewerber nützen. Im Vergleich zu herkömmlichen Investoren sind Crowdinvestoren schlechter informiert, was sich am Ende negativ auf die Performance des Investments auswirken kann.

Autor: Lars Dannenberg