Coronavirus drückt Bauzinsen auf historischen Tiefstand

Michael Neumann, Vorstand Dr. Klein AG / Foto: © Dr. Klein

Das Coronavirus belastet die ohnehin schwächelnde Konjunktur: Die von vielen erhoffte Zinswende rückt in noch weitere Ferne und die Bauzinsen haben den bisher tiefsten Stand ihrer Geschichte erreicht. Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG, kommentiert die aktuelle Entwicklung.

Infizierte Weltwirtschaft: Coronavirus verschiebt Zinswende

Zugegeben: Besonders wahrscheinlich war eine Zinswende im Jahr 2020 nicht, denn die weltweite Wirtschaft kommt nach wie vor kaum vom Fleck. Das Coronavirus trifft sie daher in einem besonders sensiblen Moment und versetzt der ohnehin schwachen Konjunktur einen weiteren Dämpfer. Zahlreiche Staaten leiden mittlerweile massiv unter den Folgen des neuen Erregers – allen voran China, wo nach wie vor mehrere Millionen Menschen unter Quarantäne stehen und die Wirtschaft in einigen Regionen zum Erliegen gekommen ist. Der CFLP Einkaufsmanagerindex, ein wichtiger Stimmungsindikator für die chinesische Wirtschaftslage, sank gerade auf den tiefsten Stand seit Beginn seiner Erhebung im Jahr 2005. Auch in den zweit- und drittgrößten Volkswirtschaften Asiens ist der Virus angekommen: Japan droht eine Rezession und Südkorea rief jüngst die höchste Krisenalarmstufe aus.

In Europa waren zunächst vor allem die Tourismusbranche sowie Unternehmen, die in und mit China Geschäfte betreiben, betroffen. Mittlerweile belastet die Verbreitung des Virus in den europäischen Staaten und die wachsende Angst vor der Pandemie allerdings auch die hiesige Wirtschaft. Am schlimmsten betroffen ist ausgerechnet Italien – ein Land, das mit einer Staatsverschuldung von mehr als 130 Prozent des BIP ohnehin das wirtschaftliche Sorgenkind Europas ist. Hinzu kommt: Der Ausbruch des Coronavirus betrifft vor allem die norditalienische Wirtschaftsregion rund um Mailand und bremst die italienische Konjunktur extrem. „Auch Deutschland würde eine weitere Ausbreitung des Virus und ein Einbruch der Weltwirtschaft massiv treffen“, sagt Michael Neumann. „Die deutsche Industrie ist in hohem Maße vom Export abhängig und damit besonders anfällig für die Schwankungen der Weltwirtschaft.“ Der DAX brach in der vergangenen Woche bereits um mehr als 12 Prozent ein.

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