Corona steigert Nachfrage nach Rechtsberatung

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Derzeit müssen sich viele Bundesbürger mit Problemen auseinandersetzen, die bis vor wenigen Monaten noch undenkbar waren. Viele wollen deshalb wissen, ob das alles wirklich rechtlich möglich ist. Das zeigt sich bei der Rechtsschutzversicherung der R+V.

Wie jedes Jahr haben sich auch in diesem Jahr wieder viele Menschen über entspannte Wochen im Ausland gefreut – doch die Corona-Pandemie hat so manchem diese Pläne durchkreuzt: Weil viele beliebte Urlaubsgebiete, vor allem in Spanien, zu Corona-Risikogebieten erklärt wurden, haben viele Fluggesellschaften die Flüge dort hin gestrichten – und die (Fast-)Passagiere bleiben häufig auf den Kosten sitzen. Deshalb wollen viele nun wissen, welche rechtlichen Möglichkeiten sie in einem solchen Fall haben. Mit diesen und vielen anderen Fragen zum Reiserecht muss sich derzeit auch die R+V beschäftigen. „Corona führt zu einem erheblich größeren Bedarf an rechtlicher Beratung“, berichtet René Wagefeld, Rechtsschutz-Experte bei der R+V Versicherung. „Beim Vertragsrechtsschutz beobachten wir einen Anstieg von 23 % im Vergleich zum Vorjahr.“ Auch wenn Urlauber bereits ihr Ziel erreicht haben, bedeutet das noch lange nicht, dass sie von rechtlichen Problemen bezüglich Corona verschont bleiben. „Andere Kunden wurden vom Auswärtigen Amt aus einem Risikogebiet zurückgeholt. Sie wollen wissen, ob sie die Kosten für den Heimtransport aus dem Urlaub tragen müssen“, erklärt Wagefeld.

Das Coronavirus gefährdet vor allem ältere Menschen, weshalb die Politik viele Maßnahmen zu deren Schutz ergriffen hat, bspw. ein Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen. „Viele besorgte Angehörige wollen das nicht widerspruchslos hinnehmen und erkundigen sich, ob Infektionsschutz wirklich vor Besuchsrecht geht“, berichtet Wagefeld.

Auch bei den Anfragen zum Arbeitsrecht beobachtet der Versicherungsexperte einen Anstieg: „Hier geht es beispielsweise darum, ob der Arbeitgeber seine Angestellten einfach freistellen darf – und ob sie Gehaltskürzungen hinnehmen müssen.“ Wagefeld rechnet damit, dass die Nachfrage auf diesem Gebiet in den nächsten Monaten noch erheblich wachsen wird. „Viele Menschen machen sich bereits heute Sorgen um ihren Job. Sollte es zu einer Insolvenzwelle und in der Folge zu Kündigungen kommen, benötigen mehr Arbeitnehmer juristischen Beistand und nehmen ihre Rechtsschutzversicherung in Anspruch.”  (ahu)