Commerzbank stärkt Profitabilität durch Fokussierung und Digitalisierung

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Mit der Strategie “Commerzbank 4.0” will die Commerzbank bis 2020 ihre Profitabilität wieder nachhaltig erhöhen. Dafür sollen 80 Prozent der Prozesse digitalisiert und außerdem 7.300 Stellen abgebaut werden.

Mit der Strategie “Commerzbank 4.0” will die Commerzbank 80 Prozent ihrer relevanten Prozesse digitalisieren und dadurch signifikante Effizienzgewinne erreichen. Ziel ist es, bis 2020 die Profitabilität nachhaltig zu erhöhen. Außerdem fokussiert Deutschlands zweitgrößte Bank ihr Geschäft zukünftig auf “Privat- und Unternehmenskunden” sowie “Firmenkunden”. Dazu werden die Segmente Mittelstandsbank und Corporates & Markets gebündelt und das Handelsgeschäft im Investmentbanking reduziert. Die Verkleinerung des Handelsgeschäftes verfolgt das Ziel, Ergebnisvolatilität und Risiken aus regulatorischen Änderungen zu verringern, Kapital freizusetzen und in das Kerngeschäft mit Kunden zu investieren.

Ziel der neuen Strategie ist eine Netto-Eigenkapitalrendite (RoTE) von über 6 Prozent Ende 2020 zu erreichen. Sollte sich das Zinsumfeld wieder normalisieren, so wäre auch eine RoTE von über 8 Prozent erreichbar. Für das Jahr 2020 erwartet die Commerzbank Erträge von 9,8 bis 10,3 Milliarden Euro. Durch eine auf 6,5 Milliarden Euro reduzierte Kostenbasis wird die Aufwandsquote unter 66 Prozent sinken. Bei einer Normalisierung des Zinsumfeldes wären auch Erträge von über 11 Milliarden Euro und eine Aufwandsquote von rund 60 Prozent möglich.

Die Common-Equity-Tier-1-Quote (CET 1) nach voller Anwendung von Basel 3 wird im aktuell absehbaren regulatorischen Umfeld fortlaufend bei rund 12 Prozent erwartet und 2018 über 12 Prozent liegen. Für das Jahr 2020 erwartet die Bank eine Quote von über 13 Prozent.

Die Commerzbank wird ihre Ergebnisse in die Gewinnrücklage einstellen und somit auf eine weitere Dividendenzahlung verzichten, damit sie die Restrukturierungskosten von 1,1 Milliarden Euro finanzieren kann.

Die geplanten Umstrukturierungsmaßnahmen werden auch die Belegschaft betreffen. So werden durch die Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsabläufen rund 9.600 Vollzeitstellen wegfallen. Deshalb wird die Bank zeitnah vorbereitende Gespräche mit den entsprechenden Arbeitnehmergremien aufnehmen. Da gleichzeitig 2.300 neue Stellen im Wachstumsfeldern entstehen werden, beläuft sich der Nettostellenabbau auf 7.300 Vollzeitkräfte.

„Der Stellenabbau ist ein tiefer Einschnitt und ein schmerzhafter Prozess für die Bank und jeden Betroffenen. Er ist aber notwendig, um die Bank zukunftsfähig zu machen. Die Commerzbank ist zwar stabil, sie ist aber nicht profitabel genug“, sagt Martin Zielke, Vorsitzender des Vorstands der Commerzbank. „In den vergangenen Jahren haben wir viel erreicht: Wir haben die Qualität unserer Bilanz verbessert, Risiken abgebaut und unsere Kapitalbasis deutlich gestärkt. Die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen verlangen nun ein mutiges Umdenken und eine echte Transformation der Bank. Wir konzentrieren uns dafür ausschließlich auf unsere Stärken, automatisieren unsere Prozesse und legen so die Grundlage für profitables Wachstum bei geringeren Kosten. Die neue Commerzbank 4.0 ist fokussiert, digital und effizient.“

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