Commerzbank eröffnet Tochtergesellschaft in Brasilien

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Die Commerzbank eröffnet eine Tochtergesellschaft in der brasilianischen Millionenmetropole São Paulo. Ziel ist es, deutsche und europäische Unternehmen in Brasilien zu unterstützen sowie zugleich großen und kapitalmarktnahen lateinamerikanischen Firmen ihren Weg nach Europa zu ebnen.

(fw/rm) „Die Eröffnung einer Tochter in Brasilien ist ein wichtiger Schritt für unsere Internationalisierungsstrategie: Wir gehen dorthin, wo unsere Kunden Bedarf haben“, sagte Markus Beumer, Vorstand der Commerzbank und verantwortlich für das Mittelstandsgeschäft am Montag vor Journalisten in Frankfurt. Auch wenn die brasilianische Wirtschaft derzeit zu kämpfen habe, bleibe Brasilien die siebtgrößte Volkswirtschaft der Erde. Zudem sei das Land mit Abstand die bedeutendste Volkswirtschaft Lateinamerikas und ein sehr wichtiger Wirtschaftspartner für Deutschland und Europa. „Das Land hat riesiges Potenzial. Und gerade in Zeiten volatiler Märkte ist es für die Mittelstandsbank als Marktführer in Deutschland wichtig, ihren Kunden auch vor Ort zur Verfügung zu stehen“, betonte Beumer. Das Geschäft in Brasilien soll in den kommenden fünf Jahren durchschnittlich jeweils zweistellig wachsen. Der Break-even dürfte in drei bis vier Jahren erreicht sein. Die Commerzbank, die bereits seit 60 Jahren durch eine Repräsentanz in Brasilien vertreten ist, hatte im September vergangenen Jahres von der brasilianischen Zentralbank (BACEN) die offizielle Genehmigung für die Gründung einer Tochtergesellschaft in São Paulo („Commerzbank Brasil S.A. – Banco Multiplo“) erhalten. Die Aufbauphase hatte rund zwei Jahre gedauert. Die Lizenz für den Geschäftsbetrieb soll in Kürze erteilt werden. Country CEO der Commerzbank in Brasilien ist Harald Lipkau. Der Brasilianer hatte seine berufliche Laufbahn in Brasilien begonnen und war nach verschiedenen beruflichen Stationen zuletzt in der Commerzbank für Finanzinstitute in Asien zuständig. „Unsere Marktposition in Brasilien ist einzigartig. Kein Wettbewerber hat eine so enge und individuelle Beziehung zu deutschen und europäischen Unternehmen wie die Commerzbank“, sagte Lipkau. In Brasilien sind derzeit über 1.300 deutsche Unternehmen vertreten, von denen rund 900 im Großraum São Paulo angesiedelt sind. Damit ist die Metropole größter Standort deutscher Unternehmen außerhalb von Deutschland. Die meisten der in Brasilien vertretenen deutschen Unternehmen sind bereits Kunden der Commerzbank in Deutschland. Zukünftig wird die Betreuung der lokalen Einheiten durch die neue Commerzbank-Tochter in São Paulo erfolgen. Insgesamt sollen etwa 50 Mitarbeiter vor Ort für die Kunden tätig sein. Die Commerzbank plant, in Brasilien die umfangreiche Produktpalette des Corporate und Investmentbankings anzubieten. Hierzu gehören unter anderem der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr, Risikomanagement, lokale Betriebsmittel- sowie Export- und Handelsfinanzierungen. Die Commerzbank ist mit mehr als 70 Standorten in über 50 Ländern der Welt vertreten und verfügt über ein weltumspannendes Netz an Korrespondenzbankbeziehungen. Im deutschen Außenhandel ist die Commerzbank marktführend. In Europa ist die Bank strategischer Partner für internationale Unternehmen, die sich auf den Märkten Europas engagieren sowie für europäische Unternehmen, die weltweit agieren. Wichtige Märkte sind dabei neben Europa vor allem Asien, Nordamerika – und künftig auch verstärkt Brasilien. Das Land ist wichtiger Handelspartner für den deutschen Mittelstand, insbesondere für den Maschinenbau, Automobilzulieferer und die Chemie. Ein Fünftel des brasilianischen Exports fließt in die EU; umgekehrt rangiert Brasilien auf Platz zehn der EU-Handelspartner. Mehr zum Thema im Interview mit Harald Lipkau: blog.commerzbank.com/lipkau-brasilien