Comeback der Hotel-Investments

An Herausforderungen wachsen

Inflation und Zinssteigerungen, Ukraine-Krieg und steigende Energiekosten sind die neuen Herausforderungen. Laut Dukala haben Hotelbetreiber zusätzlich mit einem Engpass an qualifiziertem Personal zu kämpfen. Außerdem gebe es durch steigende Bau- und Finanzierungskosten auch eine Unterversorgung mit neuen, modernen Flächen in erstklassigen Lagen. Das berge aber auch neue Investmentchancen. „Viele Experten erwarten, dass der Hotelmarkt spätestens bis 2024 wieder das Niveau von

vor der Pandemie erreichen dürfte. Investoren sollten diesen Markt als Anlagemöglichkeit also im Auge behalten“, so Dukala. Die alten und neuen Herausforderungen bringen der Assetklasse also neue Chancen für Wachstum und Veränderung. „Die Megatrends deuten darauf hin, dass in Zukunft weniger geflogen – jedoch sicherlich nicht weniger gereist wird. Wir sehen eine starke Tendenz, dass Bleisure-Reisen weiter an Dynamik gewinnen werden und alternative Übernachtungsformen die passende Antwort darauf sind“, schildert Rohweder seine Einschätzung. Darüber hinaus werde die Digitalisierung weiter voranschreiten. „Sie wird sowohl von den Investoren als auch den Betreibern verlangt, um betriebliche Verbesserungen und Effizienzen zu ermöglichen. Für die Gäste verbessert der Einsatz smarter Technologie die Guest Experience.“

Was bringt die Zukunft?

Hübener blickt verhalten auf die nächsten Monate: „Solange sich die Immobilienpreise nicht dem gestiegenen Zinsniveau anpassen werden, wird 2022 sicherlich kein Rekordjahr für Immobilieninvestments. Die Herausforderungen im Immobilieneinkauf jedenfalls sind in den vergangenen Wochen noch einmal größer geworden.“ Für Investoren werde es immer schwieriger, rentable Objekte trotz steigender Zinsen zu finden. Der typische Leverage-Effekt der letzten Jahre sei nun nicht mehr gegeben. Erste Käufer übten sich in Zurückhaltung, was zu einem mittelfristigen Effekt auf die Preise führen könnte. „Anleger sollten aufgrund des veränderten Marktumfelds darauf achten, dass beispielsweise Mietverträge von Anlageobjekten Wertsicherungsklauseln beinhalten. Ein gutes Beispiel ist die Indexierung von Mieteinnahmen, durch die Anleger sogar von inflationsbedingten Preissteigerungen profitieren“, so Hübener. Dennoch seien Investments in Hotelimmobilien, besonders in Deutschland, gerade jetzt eine sinnvolle Ergänzung für langfristig werthaltige Immobilienportfolios, findet Dukala. Neben wieder steigenden Privatreisen und mehr Interesse an Kurzurlauben gebe es neue Generationen von Reisenden. Wie zum Beispiel „digital Natives“, die Urlaub und Arbeit als „Workation“ verbinden würden. „Auch könnte das Thema ESG dem Hotelsegment bei Businesskunden noch in die Karten spielen.“ Zudem bleibe Deutschland ein liquider und sicherer Standort für Immobilieninvestments, auch über das Hotelsegment hinaus. (lb)