Comeback der Hotel-Investments

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Nachdem der Hotelsektor stark unter der Corona-Pandemie gelitten hat, zeigt eine aktuelle Savills-Marktanalyse von Anfang Juni 2022 eine klare Erholung in 2021. Im vergangenen Jahr wurden 16,1 Mrd. Euro in Hotelimmobilien investiert, ein Plus von 61 % gegenüber dem Pandemiejahr 2020. Doch wie geht es nun für die Branche weiter?

Die Savills-Analyse führt die Erholung des Markts auf langsam wiederkehrende internationale Touristen zurück. Besonders in einigen europäischen Kernmärkten kehren deshalb ebenfalls die Investoren zurück. Insgesamt lag das Investitionsvolumen 2021 noch knapp 15 % unter dem langfristigen Jahresdurchschnitt vor Corona von 18,9 Mrd. Euro. Der Aufwärtstrend hält dennoch an. Im 1. Quartal 2022 belief sich das Gesamttransaktionsvolumen auf 3,5 Mrd. Euro – ein Anstieg von knapp 30 % im Vergleich zum Vorjahr. Nils Hübener, Co-CEO der Dr. Peters Group Holding, kann diese Ergebnisse bestätigen. Bereits 2021 habe sich eine Normalisierung der Hotellerie abgezeichnet und die Erholung hielte auch 2022 an. „So lagen die Auslastungszahlen deutscher Hotels im Mai 2022 schon wieder annähernd so hoch wie vor der Pandemie“, meint Hübener. „Einige Hotels aus unserem Bestandportfolio melden sogar Geschäftszahlen oberhalb der Werte, die vor der Pandemie erzielt werden konnten. Daher rechnen wir auch für dieses Jahr mit einer guten Einnahmensituation.“

Starke Assets

Faktoren wie beispielsweise Standort und Betreiber sorgten für die nötige Krisenresilienz. „Was deutlich zu spüren ist, ist der hohe Stellenwert von Urlaub für die Deutschen, die nach zwei Jahren Pandemie immer mehr die Reiselust packt. Hotels haben ja kein grundsätzliches strukturelles Problem. Insbesondere Häuser, die auf den Inlandstourismus ausgerichtet sind und sich in sehr guter Lage befinden, haben sich auch während der Pandemie recht gut gehalten. Bei unseren Hotels in Berlin und Dresden zahlt sich auch ganz klar die Premiumlage aus sowie die Tatsache, dass beide Objekte langfristig an renommierte Betreiber vermietet sind“, erklärt Tomasz Dukala, Board Member des Schweizer Immobilien-Investment-Hauses EPH European Property Holdings. Nachdem das Gastgewerbe im Frühjahr 2020 Einbrüche von 75 % verkraften musste, fühlen sich auch Betreiber im aktuellen Marktumfeld wieder sicherer. Philipp Rohweder, Director Real Estate der NUMA Group, einem führenden Betreiber von digitalen Hotels und Technologieentwickler, schätzt die Corona-Situation nach zwei Jahren planbarer und überschaubarer ein. Er erwartet eine Erholung auf Vor-Corona-Niveau in 2023: „2022 war bisher ein sehr guter Markt und liegt über den Zahlen von 2019. Für 2023 sehen wir eher eine Normalisierung des Markts hin zu 2019er-Zahlen. Noch nicht abzusehen ist, wie sich die allgemein gesamtwirtschaftliche Entwicklung auf das Segment auswirken wird.“

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